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Carmen & Lola (2018)

Carmen y Lola

Drama: Zwei junge Frauen aus der Roma-Community in Madrid verlieben sich ineinander.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2.0 / 5

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Die 16-jährige Lola (Zaira Romero) wohnt mit ihrem strengen Vater Paco (Moreno Borja), ihrer Mutter Flor (Rafaela León) und ihrem kleinen Bruder Miguel (Lucas Heredia) in der spanischen Hauptstadt und ist Teil der dortigen Roma-Community. Ihre Eltern verkaufen Gemüse auf dem Markt und Lola hilft neben der Schule aus. Auch die Familie der 17-jährigen Carmen (Rosy Rodríguez) ist auf dem Markt tätig – und so lernen die beiden Jugendlichen sich kennen.

Kurz darauf wird Carmen mit Lolas Cousin verlobt; eine große Hochzeit ist in Vorbereitung. Doch zwischen Lola und Carmen wächst eine Anziehungskraft, die auch Carmen nach anfänglicher Ablehnung nicht mehr leugnen kann. Beide stehen vor der Entscheidung, sich zu ihren Gefühlen zu bekennen und damit zu riskieren, die eigene Familie für immer zu verlieren.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Mit ihrem Spielfilmdebüt "Carmen & Lola" widmet sich die 1968 in Bilbao geborene Drehbuchautorin und Regisseurin Arantxa Echevarría einem bis dato im Kino kaum beleuchteten Milieu: Sie zeigt die Roma-Community in der spanischen Metropole Madrid und siedelt dort eine Liebesgeschichte zwischen zwei jugendlichen Frauen an. Ihr Werk wurde erstmals 2018 in Cannes im Rahmen der Quinzaine des Réalisateurs präsentiert und lief seither erfolgreich auf diversen Festivals.

Inspiriert durch einen Bericht aus Granada über das erste weibliche Roma-Paar, das in Spanien im Jahre 2009 verheiratet wurde und auf dem Weg dorthin mit zahlreichen Widerständen und Hindernissen zu kämpfen hatte, wirft Echevarría einen genauen Blick auf das alltägliche Leben und die Gepflogenheiten innerhalb der Community. In der Tradition der belgischen Filmemacher-Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne ("Rosetta", "Das Kind") strebte Echevarría dabei nach einem größtmöglichen Realismus – und besetzte (mit einer Ausnahme) alle Rollen mit Leuten, die tatsächlich in der geschilderten Roma-Community verwurzelt sind und bisher über keine Kameraerfahrung verfügten. Dies führt zu äußerst glaubwürdigen, sehenswerten Momenten.

Und auch die Liebe zwischen den beiden titelgebenden Figuren wird überzeugend eingefangen. Die Leinwanddebütantinnen Zaira Romero und Rosy Rodríguez entwickeln eine stimmige Chemie; beide Rollen machen eine interessante Entwicklung durch. Während die von Romero beherzt verkörperte Lola mehr und mehr zu sich selbst findet, muss sich die von Rodríguez gespielte Carmen zunächst mit ihren eigenen homophoben Ansichten auseinandersetzen, bevor sie ihre Gefühle für Lola wirklich ausdrücken kann. Das alles wird feinfühlig erzählt; lediglich im dritten Akt überschlagen sich die Ereignisse etwas zu sehr.

Fazit: Eine realistisch anmutende Milieustudie und zugleich eine mit Einfühlungsvermögen dargestellte Empowerment-Story über zwei Roma-Frauen, die sich lieben.




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Land: Spanien
Jahr: 2018
Genre: Drama, Romantik
Länge: 107 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 09.05.2019
Regie: Arantxa Echevarría
Darsteller: Zaira Romero, Rosy Rodríguez, Moreno Borja
Verleih: Pro Fun Media

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