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Peter Pfister - Der Pferdemann
Peter Pfister - Der Pferdemann
© Der Filmverleih GmbH

Kritik: Peter Pfister - Der Pferdemann (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der Dokumentarfilm von Monika Agler porträtiert einen Pferdetrainer und passionierten Reiter, der im Pferdesport einen hohen Bekanntheitsgrad genießt. Der mittlerweile 64-jährige Peter Pfister gilt nicht nur bei seinen Kursteilnehmern als Instanz, was die Ausbildung und den Umgang mit Pferden angeht. Seine Arbeit wird in ihrer ganzen Vielfalt und Breite vorgestellt, vom jahrelangen Üben für eine neue Pferdeshow bis hin zu Kursen im Trickreiten. Peter Pfister lässt sich auch im Kreis seiner Familie auf der heimischen Farm filmen und erklärt das theoretische Gerüst seines Trainings. Der Film würdigt das Lebenswerk eines Mannes, der jeden Tag aufs Neue das Glück auf dem Rücken der Pferde findet.

Im Mittelpunkt des Films steht das praktische Pferdetraining. Dessen Konzept erläutert Pfister weiter, während er auf einer Bank im Grünen sitzt. Für seine Show übt er mit zwei erfahrenen Pferden und zwei lebhaften Jungtieren Formationen ein. Die beiden unerfahrenen Pferde verlassen immer wieder ihren Platz und lassen Pfister befürchten, dass sie die Show durcheinanderbringen werden. Aber er weiß mit solchem Eigensinn umzugehen. Auch das macht seine Shows aus.

Es fällt auf, wie klar die Anweisungen sind, die Pfister den Pferden gibt. Er weiß, wie die Tiere auf Handbewegungen reagieren, wie sie lernen. Pfister kritisiert das von manchen Hobbyreitern gepflegte Missverständnis einer partnerschaftlichen Beziehung zum Pferd und die Tendenz, die Tiere zu vermenschlichen. Das Pferd müsse geleitet werden, sonst leite es selbst. Ohne Autorität, Konsequenz und systematischem Üben lerne ein Pferd auch nicht, dem Menschen zu vertrauen. Aber dieses Training geschieht sozusagen in der Sprache der Pferde, als eine Art Dialog, ein Geben und Nehmen, in dem Lob eine wichtige Rolle spielt. Pfister achtet die Tiere, er will sie nicht rücksichtslos instrumentalisieren.

So vielfältig wie Pfisters Arbeit mit Pferden – er spannt auch mal ein Tier vor die Kutsche, übt mit einem anderen, Kühe anzutreiben -, ist auch das Filmmaterial selbst. Es enthält verschiedenes Archivmaterial, Statements der Tochter, des Schwiegersohns, von Kursteilnehmern und Kollegen. Am häufigsten aber erklärt Pfister seine Arbeit und Motivation selbst. Es entsteht ein Porträt, in dem er sich so darstellt, wie er gesehen werden will. Aber als tatkräftiger Unternehmer und als Pferdeliebhaber hat er auch viel Interessantes zu sagen.

Fazit: Der Dokumentarfilm von Monika Agler porträtiert den renommierten hessischen Pferdetrainer Peter Pfister und würdigt sein vielfältiges Lebenswerk. Mit Kursen in Dressur oder Trickreiten und dem Einstudieren von Shows ist seine Arbeit mit Pferden breit aufgestellt. Aber stets basiert sie auf dem Prinzip von Leitung, wonach nur ein Pferd, das richtig geführt ist, dem Menschen Vertrauen schenkt. Es erweist sich als durchgehend interessant, diesem Pferdekenner zuzuschauen und seinen Erklärungen über das Wesen der Tiere, mit denen er achtsam umgeht, zu lauschen.




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