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Kritik: Ein Junge namens Weihnacht (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Ein Junge namens Weihnacht" beruht auf dem gleichnamigen Buch des britischen Autors Matt Haig, das 2016 in der deutschen Übersetzung im dtv-Verlag erschien. Nachwuchsstar Henry Lawfull, der in der Titelrolle zu sehen ist, hatte bereits in "Les Miserables" (2018) einen Auftritt auf der großen Leinwand. Ihm zur Seite steht, vor allem in kleineren Nebenrollen, eine ganze Reihe an bekannten Schauspielgrößen, darunter Jim Broadbent, Maggie Smith und Toby Jones.

Mit viel Einfallsreichtum, kindlicher Neugier und Phantasie erzählt "Ein Junge namens Weihnacht" von dem Jungen, der einst – versehentlich – das Fest der Liebe erfand. Im Mittelpunkt der Handlung steht kein geringer als der Weihnachtsmann selbst, als er noch klein und ein Junge war. Diese Grundprämisse machte schon das Buch außergewöhnlich und der Film transportiert diese Geschichte nun ebenso überzeugend und höchst kreativ auf die Leinwand.

"Ein Junge namens Weihnacht" ist ein Weihnachtsfilm für die ganze Familie, der sich mit seinen wichtigen, lehrreichen Botschaften sowie klugen Weisheiten aber vor allem an ein jüngeres Publikum richtet. Es geht um Mut, Selbstwert, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, Freundschaft und Zusammenhalt. Gut ist, dass der Film ebenso die düsteren und traurigen Aspekte und Erlebnisse des Lebens berücksichtigt. Verlust (im Film verliert Nikolas erst die Mutter, dann den Vater), Armut, Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit sind hier als zentrale inhaltliche Elemente und Bausteine zu nennen.

Humor und Melancholie halten sich die Waage, wenn sich der von Henry Lawfull spielfreudig verkörperte Protagonist in das Abenteuer seines Lebens stürzt. Für die allerkleinsten Zuschauer eignet sich dieser übrigens wunderbar als Identifikationsfigur: Nikolas ist selbstlos, couragiert und trägt das Herz am rechten Fleck. Für Abwechslung sorgen neben der ein oder anderen Actionszene (etwa der turbulente Ritt auf dem Rentier) die vielen Gaststars in ihren teils bizarren, aber immer amüsanten Rollen, etwa Charaktermime Toby Jones als kauziger Wichtelanführer.

Fazit: Warmherziger, liebevoll umgesetzter Familien-Weihnachtsfilm mit liebenswerten, phantasiereichen Figuren und wichtigen Botschaften.




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