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Super Friede Liebe Love
Super Friede Liebe Love
© Drop-Out Cinema eG

Kritik: Super Friede Liebe Love (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit der dokumentarischen Betrachtung "Super Friede Liebe Love" legt der 1982 in Hamburg geborene Till Cöster seinen Abschlussfilm an der Hochschule für Fernsehen und Film München vor. Er porträtiert darin die Bewohner in einem Münchener Männerwohnheim, indem er sie ruhig und konzentriert beobachtet und sie selbst zu Wort kommen lässt.

Dies mutet bei aller Nähe und bei aller Offenheit der Bewohner niemals voyeuristisch an; die Lebenskrisen der Männer werden nicht im Stil billiger Reality-TV-Formate ausgebeutet. Cöster und sein Kameramann Franz Kastner filmen zurückhaltend, bauen aber auch nicht so viel Distanz auf, um Empathie zu verhindern. Sie geben ihren Protagonisten die Möglichkeit, frei zu sprechen. Erstaunlich ist dabei die radikale Ehrlichkeit, mit der die Bewohner über ihren Werdegang und ihre aktuelle Situation reflektieren. Selbstkritisch und ohne Beschönigung beschreiben sie die Wege, die sie in das Haus an der Kyreinstraße geführt haben. Oft war es die Alkoholsucht, durch die ihr Alltag irgendwann aus den Fugen geriet. Die Angst, sich Problemen zu stellen, und die Methoden, mit denen vermieden wurde, sich der Realität zu stellen, werden nachvollziehbar geschildert.

"Super Friede Liebe Love" ist kein Film, der das Eingefangene kommentiert und wertet. Vielmehr geht es darum, Menschen, die schon etwas älter sind und über keinen festen Wohnsitz verfügen, sicht- und hörbar zu machen, da sie in unserer Gesellschaft allzu oft übersehen und überhört werden. Cöster hat ihnen eine Stimme gegeben – und damit ein äußerst bemerkenswertes Werk geschaffen.

Fazit: Ein mit Feingefühl gemachter Dokumentarfilm, der seine Protagonisten unverstellt aus ihrem Leben erzählen lässt.




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