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Drei Schritte zu Dir
Drei Schritte zu Dir
© Universal Pictures International

Kritik: Drei Schritte zu Dir (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Mit "Drei Schritte zu Dir" hat der als Seriendarsteller bekannte Justin Baldoni ("Jane the Virgin") seinen ersten Spielfilm als Regisseur realisiert. Das Drehbuch von Mikki Daughtry und Tobias Iaconis erzählt – wie zuvor etwa schon "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" (2014), "Ich und Earl und das Mädchen" (2015) oder "Midnight Sun" (2018) – eine Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Menschen, die von Krankheit und einem drohenden frühen Tod überschattet wird. Im dritten Akt driften das Skript und die Inszenierung allzu sehr ins Kitschig-Überzogene ab; zuvor vermag das Werk aber vor allem durch die Schauspielleistungen sowie durch einige gute Ideen zu überzeugen.

Haley Lu Richardson ("Split", "Columbus") verkörpert die an Mukoviszidose erkrankte Protagonistin Stella mit einer bemerkenswerten Energie. Sie vermittelt die Gefühle der Figur – sowohl in schönen als auch in traurigen Momenten – stets nachvollziehbar und wirkt in jeder Szene natürlich. Cole Sprouse ("Riverdale") erweist sich in der Rolle des ebenfalls kranken, rebellisch auftretenden Will als sympathisches Gegenüber. Das adoleszente Duo wird etwas zu formelhaft als Gegensatzpaar gezeichnet; dennoch lacht, liebt und leidet man mit den beiden mit. Das restliche, solide besetzte Personal bleibt derweil ein bisschen zu blass. Gelungen ist indes, wie die Freundschaft zwischen Stella und dem von Moises Arias gespielten Mitpatienten Poe eingefangen wird.

Auf inszenatorischer Ebene sind die Videotagebuch-Beiträge von Stella, in denen diese den Verlauf und die Behandlung ihrer Krankheit detailreich dokumentiert, positiv hervorzuheben. Der Film lässt ein Interesse daran erkennen, sich mit Mukoviszidose und den Folgen für die Betroffenen zu befassen. Feinfühlig ist auch die Art, wie die emotionale Annäherung zwischen Stella und Will und die entstehende Intimität (trotz notwendiger Distanz) geschildert wird.

Fazit: Ein Teenagerdrama um Liebe und Tod, das insbesondere vom Talent der Hauptdarstellerin Haley Lu Richardson und von einem weitgehend sensiblen Umgang mit dem Thema lebt.




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