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Back To Maracanã (2019)

Das Roadmovie erzählt von Vätern, Söhnen und brasilianischer Fußballbegeisterung.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.3 / 5

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Roberto (Asaf Goldstien) zieht mit Anfang 40 in Tel Aviv in die kleine Wohnung seines Vater Samuel (Antônio Petrin). Er ist frisch geschieden und kann sich finanziell gerade nicht über Wasser halten. Samuel ist herzkrank und soll eine rettende Operation erhalten – aber der Termin sagt ihm nicht zu, findet doch dann gerade die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien statt! Also fasst er einen anderen Plan, ohne Roberto über seinen Gesundheitszustand zu informieren. Er will seine Ersparnisse in Flugtickets nach Brasilien investieren und für Eintrittskarten zum Endspiel im Stadion Maracanã von Rio de Janeiro. Samuel, der einst aus Brasilien nach Israel auswanderte, geht felsenfest davon aus, dass die brasilianische Mannschaft im Finale stehen und auch gewinnen wird.

Roberto wird von seiner Ex-Frau Tali (Hadas Kalderon) mit der Nachricht überrascht, dass er sich während der Ferien um den elfjährigen Sohn Itay (Rom Barnea) kümmern muss. Denn sie fliegt mit ihrem Chef nach Brasilien… Itay macht sich überhaupt nichts aus Fußball und hat auch zu seinem Vater ein distanziertes Verhältnis. Samuel setzt sich mit Sohn und Enkel ins Flugzeug. Nach einem kurzen Stopp bei der Familie von Samuels Schwester geht die Reise mit einem Wohnmobil weiter. Unterwegs macht Roberto das schwierige Verhältnis zu seinem Vater zu schaffen. Werden Großvater, Vater und Sohn zusammenfinden?

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Der Regisseur Jorge Gurvich weiß, was südamerikanische Fußballleidenschaft bedeutet. Er selbst wanderte 1978 aus Argentinien nach Israel aus. Seine Söhne bat er, nach seinem Tod immer an sein Grab zu kommen, um ihm zu erzählen, wie sich Argentinien bei der neuesten Weltmeisterschaft geschlagen hat. Daraus entwickelte er die Idee zu diesem Film über einen Mann, der mit seinem Sohn und seinem alten Vater zur Fußball-WM 2014 nach Brasilien reist. Vor dem Hintergrund der kollektiven Fußball-Begeisterung, die nur der elfjährige Sohn Itay nicht teilt, bahnen sich lang angestaute Beziehungskonflikte ihren Weg. Dabei zeigt sich, dass die Liebe zum Fußball in dieser Familie auch eine verdrängte Schattenseite hat.

Die Großvaterfigur Samuel wird von Antônio Petrin hervorragend gespielt. Samuel ist als Fußballnarr bereit, sein ganzes Vermögen in diese Reise zur Weltmeisterschaft zu investieren. Der fidele Lebemann entwickelt sich unterwegs zu einer Art Animateur für seinen Sohn Roberto und seinen Enkel Itay. Die Fahrt im Wohnmobil geht nach Belo Horizonte, wo Samuel zwei sündteure Karten auf dem Schwarzmarkt für ein Spiel im lokalen Stadion ergattert, um sie Roberto und Itay zu schenken. Eigentlich schwelgt Samuel auch stets in den Erinnerungen an seinen verstorbenen Vater, der ein noch fanatischerer Fußballfan als er selbst war.

Dass er für seinen Sohn Roberto kaum ein Wort der Anerkennung und des Lobes hat – obwohl dieser ein guter Koch ist -, merkt Samuel nicht. Aber Itay stört sich daran. So entwickeln die Auseinandersetzungen auf der Reise eine interessante Dynamik, denn wenn zwei sich streiten, moderiert und vermittelt der Dritte.

Das Familiendrama steuert auf einen sehr gefühlvollen Höhepunkt zu. Wann kippt Fußballleidenschaft in Fanatismus, wann verliert ein Vater den Blick dafür, was seine wahre Aufgabe ist? Die emotionale, ernste Seite der Geschichte wird schön in der Balance gehalten von der humorvollen, etwas ironischen Leichtigkeit, die sich dem Phänomen des Fußballfiebers widmet. Alles in allem besticht dieses Roadmovie mit seiner differenzierten, aber auch leichten und vergnüglichen Art, das zwiespältige Verhältnis von Vätern und Söhnen einer Familie im Zusammenhang mit südamerikanischer Fußballbegeisterung zu schildern. Auch schon allein mit der Figur des Großvaters Samuel ist für gute Unterhaltung gesorgt.

Fazit: Das unterhaltsame Roadmovie des Regisseurs Jorge Gurvich schickt einen alten Fußballfan, seinen Sohn und Enkel auf eine konfliktträchtige Reise zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Brasilien. Mit diesem Besuch in seiner alten Heimat möchte sich der in Israel lebende Großvater einen letzten Wunsch erfüllen. Aber weder ist die Beziehung zu seinem Sohn gut, noch hat dieser ein solides Verhältnis zu seinem kleinen Sohn. Zwischen WM-Fieber und aufgestauten Spannungen erleben die Drei mal vergnüglich, mal missgestimmt und dann auch wieder emotional bewegt, was es bedeutet, eine Familie zu sein.




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Land: Israel, Brasilien, Deutschland
Jahr: 2019
Genre: Drama
Länge: 92 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 18.07.2019
Regie: Jorge Gurvich
Darsteller: Asaf Goldstien als Roberto, Antônio Petrin als Samuel
Verleih: JIP Film und Verleih

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