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Don't Give a Fox
Don't Give a Fox
© Rise and Shine Films GmbH

Kritik: Don't Give a Fox (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Der Regisseur Kaspar Astrup Schröder hat schon einen exzentrischen Erfinder und einen international angesehenen Architekten porträtiert. Er hat einen Dokumentarfilm über die Praxis der Vermietung von Ersatzfamilien und über das Leben in einem Waisenhaus gedreht. Nun hat er eine dänische Skate-Crew begleitet. Trotz oder gerade wegen seines beobachtenden Modus ist "Don't Give a Fox" eine Feier des Nonkonformismus, des Individualismus, aber nicht des Egoismus. Denn die unterschiedlichen jungen Frauen feiern nicht nur ihre Unangepasstheit und ihre Einzigartigkeit, sondern auch ihren Zusammenhalt.

Ein Roadtrip mit einem Kleinbus bildet den erzählerischen roten Faden, von dem aus Schröder drei weitere Stränge zu den drei Crew-Mitgliedern Sofie, Line und Signe knüpft. In Interviewsituationen erzählen sie von ihren Träumen, Sorgen und Nöten und zeigen sich dabei im übertragenen wie im wörtlichen Sinn ungeschminkt. Was die gesamte Gruppe bei aller Individualität eint, ist ein Unbehagen gegenüber Normen und Konventionen, gegenüber überkommenen Vorstellungen vom Frausein, ein Unbehagen darüber, wie Mädchen und Frauen sich benehmen und wie sie aussehen müssten.

Gerade diese Passagen, in denen die Protagonistinnen auch ihre Verletzlichkeit offenlegen und diese nicht als Schwäche begreifen, sind wichtig. Sie vermitteln Mädchen und jungen Frauen eine Vorstellung jenseits vorgefertigter Rollenbilder. Insgesamt bleibt "Don't Give a Fox" aber einige Skateboard-Längen hinter der Wucht zurück, die in der Botschaft der Protagonistinnen steckt. Mit rosa Graffiti-Schrift, wechselnden Filmformaten und technischen Spielereien will Schröders Film in erster Linie gut aussehen, wirkt dabei (wie schon die Verengung auf nur drei Crew-Mitglieder) aber schnell beliebig. Letztlich ertrinkt der Film in seiner eigenen Coolness. Den starken Persönlichkeiten vor der Kamera wird das nicht gerecht.

Fazit: "Don't Give a Fox" ist eine Feier des Nonkonformismus, die an ihrer formalen Umsetzung krankt. Der Dokumentarfilm zeigt starke Frauen, die gängige Rollenbilder infrage stellen und anderen jungen Frauen auf der Suche nach sich selbst als Leitbilder dienen können, ertrinkt dabei aber leider in seiner eigenen Coolness.




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