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Invisble Sue - Plötzlich unsichtbar
Invisble Sue - Plötzlich unsichtbar
© farbfilm verleih

Kritik: Invisible Sue - Plötzlich unsichtbar (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der Regisseur und Drehbuchautor Markus Dietrich hat schon mit seinem Erstlingsfilm "Sputnik" aus dem Jahr 2013 eine Neigung für lustige Kindergeschichten bewiesen, die nicht am Boden der Realität kleben. Nun präsentiert er eine junge Superheldin am Beginn der Pubertät, die entdeckt, dass sie nicht länger ein hilfloses, von allen schikaniertes Mädchen sein muss. Dieses auch für den internationalen Markt produzierte Fantasy-Abenteuer entstand im Rahmen der Initiative "Der besondere Kinderfilm". Sie fördert Projekte, die nicht auf bekannten Buchvorlagen basieren, sondern auf originären Geschichten. Mit ihrer Hilfe entstanden unter anderem bereits "Unheimlich perfekte Freunde", "Winnetous Sohn", "Auf Augenhöhe".

Sue, die von Ruby M. Lichtenberg als ernste, mal schmollende, meistens aber rebellisch dickköpfige Person interpretiert wird, bildet sich die mangelnde Aufmerksamkeit ihrer Mutter nicht nur ein. Die bittere Ausgangslage verändert sich, nachdem Sue von der unsichtbar machenden Substanz infiziert wurde. Schon aus Forschungsgründen interessiert sich die Mutter plötzlich stark für sie, schenkt ihr aber zugleich auch wieder echte Fürsorge und Liebe.

Einen dem Jugendalter angemessenen Raum nimmt das Thema der Freund- und Feindschaften unter Gleichaltrigen ein. Sues neue Freunde Tobi und App sind ebenfalls starke, interessante Charaktere. Das Trio ergibt ein pfiffiges Team, das auch in ruhigeren Momenten nicht langweilig wirkt.

Die Handlung ist durchzogen von Fantasyelementen, die die visuelle Gestaltung vor besondere Herausforderungen stellen. Sie werden ehrgeizig gemeistert. Sue hat Kontakt mit einer holografischen Figur namens Alfred, die ihr wertvolle Hilfe leistet. Es gibt Actionszenen, in denen Sue ihr plötzliches Unsichtbarwerden gezielt zu steuern versucht. Welche Wandlung ihr Charakter durchläuft, zeigt sich beispielhaft an ihrem Umgang mit der neuen Eigenschaft, die sie zuerst erschreckt, dann aber stärkt.

Die vielen Ereignisse und Wendungen lassen die Dramaturgie etwas holprig erscheinen. Die Szenen wirken manchmal recht abrupt und unvermittelt aneinandergeschnitten. Dadurch erscheint auch die Handlung zuweilen unnötig kompliziert. Aber bei diesem originellen Abenteuer wird das Publikum jedenfalls nicht mit in Niedlichkeit verpackter Leere abgespeist.

Fazit: Eine problembeladene Zwölfjährige kommt in einem Forschungslabor mit einer Substanz in Kontakt, die sie immer wieder für kurze Zeit unsichtbar macht. Die Heldin entdeckt in diesem scheinbaren Makel eine Superkraft, die sie gut gebrauchen kann, um es mit den Gangstern aufzunehmen, die ihre Mutter entführt haben und auch sie jagen. Das turbulente Abenteuer, das sie gemeinsam mit zwei neuen Schulfreunden erlebt, bebildert der Regisseur und Drehbuchautor Markus Dietrich mit anspruchsvollen Spezialeffekten. Die Fülle origineller Ideen, der pfiffige Witz und die glaubwürdigen Figuren sorgen für Vergnügen, auch wenn die Handlung zuweilen etwas überfrachtet und holprig wirkt.




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