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Trümmermädchen - Die Geschichte der Charlotte Schumann
Trümmermädchen - Die Geschichte der Charlotte Schumann
© UCM.One

Trümmermädchen - Die Geschichte der Charlotte Schumann (2019)

Trümmermädchen

Im Historien-Drama "Trümmermädchen" geht es um eine Gruppe von Frauen, die im Nachkriegsdeutschland von einer Schauspielerin lernen, wie man mit Männern "richtig umgeht".Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.8 / 5

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Deutschland 1946, kurz nach dem Krieg: Die schwangere Charlotte (Laura Balzer) kann sich eigentlich glücklich schätzen, denn ihr Mann hat den Krieg als Soldat überlebt. Doch nach seiner Rückkehr will er weder von ihr noch von dem Kind etwas wissen. Um der drohenden Schande, als alleinstehende und -erziehende Frau zu enden, zu entgehen, möchte sie ihren Mann wieder für sich gewinnen. Und belegt einen "Fräuleinkurs" bei der in der NS-Zeit höchst erfolgreichen Schauspielerin Gloria Deven (Valery Tscheplanowa), die mittlerweile aber mit einem Berufsverbot belegt wurde. Doch Gloria möchte in den Frauen auch noch etwas anderes wachrütteln, als nur die Kunst der Verführung: den Wunsch nach Freiheit und Selbstermächtigung.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

"Trümmermädchen" ist der Abschlussfilm von Oliver Kracht, der an der Filmakademie Baden-Württemberg studierte und für einen jungen, weitgehend unerfahrenen Filmemacher hier erstaunlich radikal und mutig auftritt. Die Thesen, die er aufstellt, veranschaulichen nicht selten gesellschaftliche Vorurteile und Ressentiments, es handelt sich meist um (provozierende) Meinungen und Fragestellungen. Weit mehr als zum Beispiel um eindeutige Wahrheiten sowie klare, historisch belegte Ereignisse oder Erkenntnisse.

Dafür sind die Inhalte und Denkanstöße viel zu komplex und fast akademisch-wissenschaftlich, als sie in einem Spielfilm mit stark dokumentarischem Ansatz final klären zu können. Etwa die Frage, ob der Mann nicht bewusst und absichtlich die Frau in der Geschichte lediglich zu einem Symbol sexueller Lust degradiert habe und sie seither entsprechend rein als sexuelles, sinnliches, verführerisches Subjekt sieht. Oder die Ansicht, der Mann sei rein triebgesteuert und wer die Kontrolle über seine Gelüste und sein sexuelles Verlangen erhalte, könne über ihn bestimmen.

All diese Sujets und Auffassungen sind aber interessant und spannend genug, um sie in jedem Fall einmal durchspielen. Auch filmisch. Und auch wenn "Trümmermädchen" keine endgültigen Lösungen und Antworten liefert (und nicht liefern kann). Interessant und vielschichtig gezeichnet sind zudem einige der handelnden Frauenfiguren, allen voran die undurchsichtige Gloria Deven, über deren Vergangenheit man umso mehr und mehr überraschendes erfährt, je länger der Film dauert.

In Sachen Schnitt, Kostümen und Farbgebung erinnert "Trümmermädchen" oft an experimentelle Kunstkino-Werke, der "Unterricht" durch Gloria gemahnt zudem an Theateraufführungen. Schwer vereinbar allerdings scheint die Hauptthematik (von der Rolle der Frau bis hin zu Selbstbefriedigung) mit gängigen, bis heute natürlich vor allem und untrennbar mit der NS-Zeit verbundenen Themen jener Ära, darunter die KZ-Verbrechen, die Gleichschaltung und die Shoa.

Fazit: Interessante, stilistisch vielschichtig umgesetzte filmische Versuchsanordnung über höchst komplexe Fragestellungen, die Rolle der Frau betreffend.




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Land: Deutschland
Jahr: 2019
Genre: Drama
Länge: 126 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 24.03.2022
Regie: Oliver Kracht
Darsteller: Laura Balzer, Valery Tscheplanowa, Anna Gesa-Raija Lappe
Verleih: UCM.One

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