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Das innere Leuchten (2019)

Die Dokumentation "Das innere Leuchten" widmet sich dem Alltag von Menschen mit Demenz, einer der Volkskrankheiten überhaupt. Über ein Jahr hat Regisseur Stefan Sick dafür in einem Pflegeheim in Stuttgart-Kaltental gedreht.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.7 / 5

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Sie gilt als eine der häufigsten Krankheiten im Alter und ihre Diagnose ist für die Betroffenen und Angehörigen stets ein schwer zu verkraftender Schock: die Demenz. Mit der Krankheit geht in aller Regel der allmähliche, unaufhaltsam voranschreitende Verlust der geistigen Fähigkeiten einher. Weitere mögliche Symptome: Vergesslichkeit und Verwirrung, Depression, wahnhafte Vorstellungen und Beeinträchtigungen des Sprachzentrums. Eine der größten Herausforderungen dabei: die uneingeschränkte Akzeptanz der Demenz mit all ihren Auswirkungen. Der Ludwigsburger Filmemacher Stefan Sick beobachtet in seinem Film "Das innere Leuchten" das Leben von Erkrankten eines Demenz-Zentrums in Stuttgart-Kaltental.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse5 / 5

"Das innere Leuchten", der in diesem Jahr auf der Berlinale in der Sektion "Perspektive Deutsches Kino" Premiere feierte, ist der filmische Versuch, sich in das Innerste, also die subjektive Lebenswirklichkeit von Demenzkranken, hineinzuversetzen. Stefan Sick gelingt dies dank einer feinfühlig-behutsamen Umsetzung und geduldigen Herangehensweise außerordentlich gut.

Schon von den ersten Minuten an fällt auf, dass sich der Regisseur für die Beobachtung der Patienten sehr viel Zeit nimmt. Er verzichtet darauf, das Geschehen zu kommentieren oder für den Zuschauer einzuordnen. Erklärungen liefert er keine, ebenso wenig Interviews mit Behandelnden, Mitarbeitern des Zentrums oder Angehörigen. Keine falsche Entscheidung, denn die jeweilige Stimmung einer Szene und eines Moments entsteht ganz aus sich selbst. Indem Sick und seine Kamera still zuschauen und alles uneingeschränkt und ohne einzugreifen Geschehen lassen.

Oft minutenlang, ohne Schnitt und in nur einer Einstellung, ist die Kamera auf die Patienten gerichtet. Wir sehen Menschen, die ganz in ihrer eigenen Welt zu leben scheinen. Durch das rein Beobachtende und Dokumentierende werden die Bewohner sowie ihre komplexen, mannigfaltigen Gemütslagen für den Zuschauer greifbar. Sick begleitet sie darüber hinaus in Situationen, bei denen sie regelrecht aufblühen und sich ihre Freude augenblicklich in den Gesten und ihrem mimischen Ausdruck manifestiert. Etwa beim Ballspielen, Musizieren, Lesen oder im Gespräch mit Besuchern.

Eine regelrecht poetische Stimmung vermittelt Sick zusätzlich durch die atmosphärische, fast hypnotische musikalische Untermalung, die sich ganz der erzählerischen Ruhe und Sanftheit des Films anpasst. Und zwischendurch sieht man immer wieder kurze, stimmungsvolle Naturaufnahmen, die sich wiederum adäquat jener entschleunigten, getragenen Gesamtwirkung dieses außerordentlich sehens- und empfehlenswerten Dokumentarwerks angleichen.

Fazit: Der feinfühlig, besonnen und ruhig erzählte Film wagt einen poetischen Blick ins Innere einer für Außenstehende nur schwer zu begreifenden, vielschichtigen Erkrankung und macht die Lebenswirklichkeit Demenzkranker auf diese Weise für den Zuschauer erfahrbar.




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Land: Deutschland
Jahr: 2019
Genre: Dokumentation
Länge: 100 Minuten
FSK: 6
Kinostart: 19.09.2019
Regie: Stefan Sick
Verleih: AMA FILM GmbH

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