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Berlin 4 Lovers (2019)

Junge Berlinerinnen und Berliner berichten in Leonie Loretta Scholls Doku über ihre Erfahrungen mit Dating-Apps wie Tinder, OkCupid & Co.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
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Dating-Apps sowie Online-Partnerbörsen genießen nicht den besten Ruf. Oberflächlich und unpersönlich sollen sie sein, voller Fake-Profile und außerdem gehe es ohnehin meist nur um die "schnelle Nummer" – so die Meinung vieler. Doch sind diese digitalen Dating-Plattformen tatsächlich so schlecht wie ihr Ruf? Wie gehen die Nutzer und Nutzerinnen mit den Apps und Kontaktbörsen um? Wie werden sie genutzt? In Leonie Loretta Scholls Doku "Berlin 4 lovers" kommen Menschen zu Wort, die von ihren Erlebnissen und individuellen Vorstellungen im Zusammenhang mit Online-Dating berichten. Denn klar ist: Metropolen wie Berlin ziehen immer mehr Menschen an. Und in der Anonymität der Großstadt ist es alles andere als leicht, den oder die Richtige(n) zu finden.

Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Die Tatsache, dass in Berlin jeder zweite Einwohner Single ist und andererseits die Partnersuche dank stets verfügbarer digitaler Dating-Möglichkeiten – angeblich – so einfach wie nie scheint, bildet gewissermaßen den Aufhänger für Scholls Debütfilm. Ein krasser Widerspruch in sich, der zeigt: Das Digitalzeitalter mit seinen immer neuen Flirt-Portalen und Singlebörsen minimiert die großstädtische Einsamkeit mitnichten. Im Gegenteil: Sie vergrößern in Metropolen lediglich das bereits bestehende, gewaltige Angebot an "verfügbaren" Personen, sprich: Singles. Und gerade in einer Stadt wie Berlin, wie es einer der Interviewten formuliert, bestehe ohnehin jeden Abend die Möglichkeit, jemanden Neues kennen zu lernen.

Insgesamt äußern sich die Befragten freimütig vor der Kamera und geben reflektierte, spannende Einblicke in ihre Erfahrungen. Sie sprechen von der Beliebigkeit der Dates und Kontakte, wenn man jeden Abend eine andere Person trifft. Davon, dass sich aufgrund der ungeheuren Wahlmöglichkeiten niemand mehr wirklich festlegen und auf etwas einlassen will ("Es könnte ja noch etwas besseres kommen"). Von emotionalen Verletzungen, Trennungen, der Flucht ins Digitale und der Kompensation des Alleinseins mit flüchtigem Sex und oberflächlichen Bekanntschaften.

Der Schnelligkeit und jener von Stress und Hektik geprägten Partnersuche setzt Scholl hypnotische und entschleunigende Luftaufnahmen Berlins gegenüber. Ein gelungener Kontrast. Einziger Kritikpunkt: Man hätte gerne noch die Meinungen etwas älterer Menschen mit diesen Portalen, Netzwerken und Apps gehört. Etwa der Vertreter der "Generation Y": Menschen über 30 oder 35, von denen ebenfalls viele Online-Dating nutzen, dies aber vermutlich anders tun als Nutzer in den frühen und mittleren Zwanzigern (der Großteil der im Film Interviewten gehört dieser Gruppe an).

Fazit: Erhellende und facettenreiche Doku über das Dating- und Flirt-Verhalten junger Menschen im Zeitalter von Tinder, Jaumo und OkCupid.




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Land: Deutschland
Jahr: 2019
Genre: Biopic
Länge: 72 Minuten
Kinostart: 24.10.2019
Regie: Leonie Loretta Scholl
Verleih: dejavu filmverleih

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