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The Remains - Nach der Odysee (2019)

The Remains

Dokumentarfilm über die Bergung ertrunkener Bootsflüchtlinge und die Trauer von Hinterbliebenen.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2.0 / 5

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Im Mittelmeer sind in den letzten 25 Jahren über 30000 Menschen auf ihrer Flucht nach Europa ertrunken. Auf der griechischen Insel Lesbos, die gegenüber der türkischen Küste liegt, häuft sich Strandgut an, das von gekenterten Booten stammt. Für Menschen in Seenot ist die felsige Küste der Insel gefährlich. Die Küstenwache wird geschult, wie sie bei der Bergung von Toten vorgehen soll, um ihre spätere Identifizierung zu ermöglichen. An vielen schmucklosen Gräbern lehnen einfache Tafeln mit Inschriften wie "Unbekannt" und einer Jahreszahl.

In Wien schließt der Syrer Farzat Jamil seinen Vater und seine drei Schwestern in die Arme. Seine Verwandten sind die Überlebenden einer Bootsüberfahrt im Jahr 2015 von der Türkei in Richtung Griechenland, bei der 13 Menschen starben. Die Toten, die nicht aufgefunden und geborgen werden konnten, sind allesamt Angehörige dieser Familie. Zu ihnen zählen auch Frau und Kinder von Imad Jamil, der überlebte. Er ist Farzats Bruder und hat in Deutschland Asyl erhalten. Farzat, sein Vater und seine Schwestern würden ihn gerne nach Wien holen, erfahren aber, dass das rechtlich nicht möglich ist.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Der österreichische Dokumentarfilm von Nathalie Borgers befasst sich mit der traurigen Tatsache, dass das Mittelmeer längst zum Massengrab von Bootsflüchtlingen geworden ist. Borgers schaut sich auf der griechischen Insel Lesbos um, wo viele von ihnen die letzte Ruhe finden und die Küstenwache Leichenfunde sorgfältig dokumentiert. Denn die Toten sollen von Angehörigen, die nach ihnen suchen, später noch identifiziert werden können anhand von Beschreibungen und Fotografien. In Wien trifft die Dokumentarfilmerin eine kurdische Familie aus Syrien, die 13 Angehörige an das Meer verloren hat. Die Überlebenden sind schwer traumatisiert und wissen nicht, wie sie im Leben wieder Fuß fassen sollen.

Imad Jamil erzählt, dass er nach dem Bootsunglück, das er überlebte, nach Deutschland weitergeschickt wurde. Sein Vater und die Schwestern kamen in der Türkei an Land und dürfen zwei Jahren später nun zu Farzat Jamil, Imads Bruder, nach Wien ziehen. Aber Österreich verweigert Imad den Zuzug zur Familie. Bei seinem Besuch in Wien trauert die Familie gemeinsam. Die Brüder und der Vater weinen, trösten sich gegenseitig, sprechen über die Suche nach den Vermissten, das Versagen der türkischen Küstenwache, das Wrack mit den darin vermuteten Toten zu bergen. Aber Farzat ermutigt seinen Bruder auch, wieder zu heiraten. Dieser bekommt auch von anderer Seite den Rat, trotz aller Trauer in seinem Leben etwas voranzubringen. Es ist sehr bewegend zu sehen, wie gefasst diese Hinterbliebenen mit ihrem Schmerz umgehen und wie dankbar sie trotz allem über die Hilfe sind, die sie in Europa erhalten.

Zu den berührendsten Szenen auf Lesbos gehört die Erzählung eines griechischen Fischers, der beherzt ins Wasser sprang, als er 2009 ein Boot voller Flüchtlinge kentern sah. Er konnte zehn Menschen retten, zehn weitere zog er tot an Land. Die Erinnerung an ein kleines ertrunkenes Mädchen verfolgt ihn noch heute. Der Film sucht und findet Gesten der Menschlichkeit und des Trostes inmitten der Verzweiflung und des Unglücks, das die europäischen Regierungen immer noch geschehen lassen. Sie sollten sich ein Beispiel nehmen an den im Film gezeigten Einzelpersonen und Organisationen, für die humanitäre Hilfe eine notwendige Aufgabe darstellt, der sie sich nicht entziehen.

Fazit: Auf einer griechischen Ferieninsel mehren sich die Gräber ertrunkener Bootsflüchtlinge, die keinen Namen tragen. Der österreichische Dokumentarfilm von Nathalie Borgers begibt sich auf die Spuren der Katastrophe, die sich seit vielen Jahren im Mittelmeer ereignet. Er beobachtet, was mit geborgenen Leichen geschieht und schildert die schmerzliche Suche von Überlebenden nach vermissten Angehörigen. Indem sich der bewegende Film der Trauer und dem Leid widmet, lässt er zugleich Mut und Engagement individueller Helfer, aber auch kleinere Gesten der Mitmenschlichkeit und des Trosts hell leuchten.




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Land: Deutschland
Jahr: 2019
Genre: Dokumentation
Länge: 93 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 26.09.2019
Regie: Nathalie Borgers
Verleih: Real Fiction

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