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Gott existiert, ihr Name ist Petrunya
Gott existiert, ihr Name ist Petrunya
© JIP Film und Verleih

Gott existiert, ihr Name ist Petrunya (2019)

Gospod postoi, imeto i' e Petrunija

Gesellschaftssatire über eine arbeitslose, in Nordmazedonien lebende Frau, die sich den althergebrachten chauvinistischen Strukturen widersetzt.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.3 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 4 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Es läuft gerade alles andere als gut für die 32-jährige Petrunya (Zorica Nusheva): Sie lebt wieder bei ihren Eltern in einem verschlafenen Ort in Nordmazedonien, hat – trotz eines Diploms – keine Aussicht auf einen Job und muss sich dennoch immer wieder auf Stellen bewerben, für die sie überqualifiziert ist. Denn etwas anderes bleibt ihr nicht übrig. Als sie sich nach einem erfolglosen Bewerbungsgespräch auf dem Heimweg befindet, gerät Petrunya zufällig in die Prozession zum Dreikönigstag. Traditionell wirft an diesem Tag der Priester ein geweihtes Kreuz ins eiskalte Flusswasser. Der Mann, der beim "Kreuztauchen" als erster das Kreuz herausholt, dem wird ein Jahr voller Glück beschieden sein. Ohne groß zu überlegen nimmt Petrunya an der ausschließlich Männern vorbehaltenen "Aktion" teil und taucht ebenfalls nach dem Kreuz – mit Erfolg. Doch die Folgen dieser spontanen Aktion sind weitreichend. Petrunya sieht sich Hass und Vorwürfen ausgesetzt, man verweigert ihr die Ehre des Siegers und auch die Medien werden auf sie aufmerksam.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse5 / 5

Der auf wahren Begebenheiten beruhende (der Vorfall trug sich 2014 in einer Stadt Ost-mazedoniens zu), von Teona Strugar Mitevska realisierte Film feierte auf der diesjährigen Berlinale seine Welturaufführung. Dort erhielt "Gott existiert, ihr Name ist Petrunya" den Preis der Ökumenischen Jury sowie den Gilde-Filmpreis. Für Hauptdarstellerin Zorica Nusheva ist es das Spielfilmdebüt, in ihrer mazedonischen Heimat steht sie vor allem auf Theaterbühnen.

Petrunya zählt zweifelsfrei zu den mutigsten, selbstbewusstesten und wider-spenstigsten Titelheldinnen im europäischen Kino seit langer Zeit. Und: Sie ist vielschichtig und ambivalent gezeichnet, wodurch Regisseurin Strugar Mitevska den Kinobesucher zwingt, genauer hinzusehen und hinter die Fassade zu blicken. Wieso genau Petrunya zum Beispiel an dem Kreuztauchen teilnahm, kann sie selbst nicht einmal genau sagen. Sonderlich religiös (im Gegensatz zu ihrer erzkonservativen Mutter) ist sie nämlich nicht. Vermutlich wollte sie einfach ein Zeichen gegen eine verkrustete, überkommene patriarchalische Gesellschaftsordnung setzen. "Frauen sind keine Idioten", sagt sie in seiner Szene und bringt damit ihre Forderung auf den Punkt, als Frau für mehr Rechte sowie Mitbestimmung einzustehen und sich des eigenen Selbstwertes bewusst zu sein.

Unterstützer findet Petrunya zunächst nicht sonderlich viele, einzig ihre Freundin macht ihr Mut und Hoffnung. Auf der anderen Seite bringt Petrunya all jene Institutionen (die Justiz, die lokalen Polizeibehörden, die Kirche) gegen sich auf, die Strugar Mitevska mit ihrem Film letztlich ebenso kritisiert – für ihre Seilschaften, die Frauenfeindlichkeit, ihre rückständigen Ansichten und die illegalen Methoden zur Wahrung der allzu traditionsverbundenen Ordnung. Zorica Nusheva spielt ihre Rolle herausragend, sie ist ein Hauptgewinn für den Film. Mit großer Willenskraft und äußerst präzise agiert sie als vom Leben benachteiligte Frau, die nichts mehr als ihr Recht auf Glück einfordert.

Unterdessen bedient sich Strugar Mitevska nie des moralischen Zeigefingers: Selbst die Personen, die – zunächst – als offensichtliche Feindbilder gezeichnet sind (der Priester, der örtliche Polizeichef) haben ihre guten Seiten und sind letztlich nur Opfer einer höheren Instanz inmitten einer von Männern dominierten Gesellschaft.

Fazit: Feinfühlig inszeniertes und ebenso satirisches wie nachdrückliches Plädoyer für den Kampf gegen Unterdrückung und ein Recht auf das individuelle Lebensglück.




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Land: Die ehemalige jugoslawische Republik von Mazedonien, Belgien, Frankreich, Kroatien, Slowenien
Jahr: 2019
Genre: Dokumentation
Länge: 100 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 14.11.2019
Regie: Teona Strugar Mitevska
Darsteller: Zorica Nusheva als Petrunija, Labina Mitevska, Stefan Vujisic
Verleih: JIP Film und Verleih

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