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Kritik: Halloween Haunt (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Halloween Haunt" stammt von den beiden jungen Filmemachern Bryan Woods und Scott Beck, die sich bereits seit ihrer gemeinsamen Schulzeit kennen. Ihre erste gemeinsame Regie-Arbeit war der Horrorfilm "Nightlight" (2015), doch erst drei Jahre später sollte der große Erfolg kommen: Es gelang ihnen, ihr Drehbuch zu "A Quiet Place" an Paramount zu verkaufen. Die gleichnamige Verfilmung von John Krasinski entwickelte ich zu einem der Box-Office-Überraschungshits 2018.

Woods und Beck halten sich nicht lange mit der Einführung ihrer Charaktere auf und legen gleich zu Beginn ein gehöriges Tempo vor. Schon nach wenigen Monaten steht die Clique vor einem unmittelbar vor dem Horrorhaus positionierten (verstummten) Clown, der ihnen den Haftungsausschluss zur Unterschrift vorlegt – ab diesem Zeitpunkt spielt sich quasi der komplette Film innerhalb der in einem Lagerhaus eingerichteten Geisterbahn ab. Die anfängliche Sorglosigkeit ("Soll uns das etwa Angst machen?") weicht nun Furcht und Schrecken und der Überlebenskampf der Freunde beginnt.

Diesen inszenieren Beck und Woods äußerst kompromisslos, rasant und kreativ, lassen sie ihrer Fantasie bei der Gestaltung und Aufbereitung der illustren Folter-Fallen und fiesen Rätselaufgaben doch gehörig freien Lauf. Die einzelnen Räume sorgen für eine ungemütliche, klaustrophobische Atmosphäre und erinnern bisweilen an Schlachthäuser, futuristische Sci-Fi-Settings oder sterile Ärztezimmer. Darin erleben die Twens das reinste Grauen, allerdings geht "Halloween Haunt" niemals so weit wie Torture-Porn-Werke à la "Hostel", "Martyrs" oder "I spit on your grave". Der Horror ist hier kein reiner Selbstzweck.

Ärgerlich ist, dass die Protagonisten teils sehr naiv und arglos vorgehen und sich in ihren Entscheidungen und Verhaltensweisen mehr als nur einmal recht dümmlich anstellen. In Filmen dieser Art ist dies keine Seltenheit, dennoch hätte man Woods und Beck an dieser Stelle etwas mehr Mut zugetraut.

Fazit: "Halloween Haunt" kommt nicht ohne Klischees und Allgemeinplätze aus, erweist sich aber als erfreulich kurzweiliger, souverän inszenierter Slasher mit unheilvoller, atmosphärischer Ausstattung.




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