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Der Sommer mit Pauline
Der Sommer mit Pauline
© Studiocanal

Kritik: Der Sommer mit Pauline (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit "Der Sommer mit Pauline" verfilmt der französische Regisseur, Produzent und Dramatiker Ivan Calbérac seinen eigenen Roman, der in seiner Heimat unter dem Titel "Venise n'est pas en Italie" erschien. Als Drehbuchautor und Regisseur debütierte er bereits 2001 mit "Irène". Einen großen Erfolg erzielte Calbérac 2015 mit der Komödie "Frühstück bei Monsieur Henri", die sich in Frankreich zu einem Kassenschlager entwickelte.

"Der Sommer mit Pauline" funktioniert als sommerlich-leichte, ebenso charmante wie etwas chaotische Familienkomödie mit Botschaft außergewöhnlich gut. Die Franzosen verstehen etwas vom Genre der hintersinnigen Komödie, das beweisen sie mit "Sommer mit Pauline" erneut. Auch dank eines famos aufgelegten Casts. Benoît Poelvoorde blüht als verrückter Vater regelrecht auf, auch wenn er in Sachen Tollpatschigkeit freilich nie an Chevy Chase aus den "Griswold"-Familienklassikern ("Schöne Bescherung" u.a.) heranreicht. Dennoch: als überdrehtes, (im positiven Sinne) wahnsinniges und kauzig auftretendes Familienoberhaupt ist er der komödiantische Dreh- und Angelpunkt.

Den ausgleichenden Gegenpol bildet Valérie Bonneton als beschützende Mutter von Emile, die ihrerseits Emile mit ihren Ticks und spleenigen Verhaltensweisen zu schaffen macht. Allen voran ihr ständiger Drang, ihrem Sohn die Haare blond zu färben, weil dieser auf diese Weise (angeblich) schöner anzusehen sei. Eine völlig andere, auf Emile allerdings eine ungemein anziehende Wirkung ausübende Familienkultur herrscht im direkten Umfeld von Pauline.

Und davon handelt "Ein Sommer mit Pauline" eigentlich auch: Vom Versuch, sich allmählich der überbehüteten elterlichen Fürsorge zu entledigen, zu seinen eigenen Wünschen zu stehen und zu einer selbstbestimmte Persönlichkeit zu reifen. Insgeheim wünscht sich der für seine Familie dauerschämende Emile nichts sehnlicher, als seinen nervtötenden Eltern zu entkommen – nur um ab einem gewissen Punkt zu erkennen, dass so eine herzensgute, wenn auch etwas anstrengende Durchschnittsfamilie ebenso ihre Vorzüge hat.

Fazit: Schrullige Charaktere, gut aufgelegte Darsteller und subtil eingestreute, tiefgründige Botschaften rund um das Thema "Familie" machen diese Abenteuerreise nach Bella Italia in zu einem kurzweilig-unterhaltsamen Vergnügen.




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