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Kritik: Land des Honigs (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Das in Nordmazedonien gedrehte Doku-Drama ist der erste gemeinsame Film der Regisseure und Drehbuchautoren Ljubomir Stefanov und der erst 26-jährigen Tamara Kotevska. Für Kotevska, die in der mazedonischen Hauptstadt Skopje studierte, ist "Land des Honigs" das Langfilm-Debüt. Zuvor realisierte sie mit "Free hugs" (2015) eine eigene Kurz-Dokumentation.

Stefanov und Kotevska widmen sich in ihrem äußerst poetischen, von bildgewaltigen Landschaftsaufnahmen durchzogenen Film einer vom Aussterben bedrohten Lebensweise. Es geht um ein entbehrungsreiches Leben im Einklang mit der Natur und den Tieren. Und um ein Dasein an einem abgeschiedenen, von schroffen Felsen und weiten Feldern umgebenen Ort, der als krasser Gegensatz zu unseren schnelllebigen, von reizüberfluteten Menschen bevölkerten westeuropäischen Metropolen fungiert.

Die Art und Weise, wie Hatidze mit ihren Bienen umgeht, sagt viel über ihren Charakter. Sie ist selbstlos, hilfsbereit (sie kümmert sich nebenbei auch noch um ihre schwer kranke Mutter) und sehr feinfühlig. Stets lässt sie auch den Bienen noch etwas vom Honig ("Etwas für euch, etwas für uns"). Und: Sie spricht mit den Tieren oder singt ihnen etwas vor und begegnet ihnen auf diese Weise voller Ehrfurcht und mit Hochachtung. Damit ergibt sich die Botschaft des Films, der an die Menschen appelliert, die Lebewesen um uns herum respektvoll zu behandeln und dadurch zu schützen. Denn Mensch, Tier und Natur sind abhängig von- und stehen in Wechselwirkung zueinander.

Beachtlich ist, dass "Land des Honigs" zu keiner Zeit wie eine Doku wirkt. Stattdessen wähnt man sich in einem Spielfilm, derart ungekünstelt und authentisch geben sich die Protagonisten (allen voran Hatidze) vor der Kamera. Essentiell für die Dramaturgie ist das Auftauchen der Nomadenfamilie, mit der die auf einnehmende und naturalistische Klänge sowie Geräusche (Motoren, Bienensummen, Kindergekreische u.a.) setzenden Regisseure verdeutlichen: Die Ruhe und Sanftheit der Natur werden durch den Menschen und dessen rücksichtloses, gewinnorientiertes Verhalten mehr denn je bedroht.

Fazit: "Land des Honigs" ist eine hypnotische, ungemein stimmungsvolle Natur-Doku, die über große Wahrhaftigkeit und poetische Bilder verfügt.




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