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2040 - Wir retten die Welt!
2040 - Wir retten die Welt!
© Universum Film

Kritik: 2040 - Wir retten die Welt! (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Es ist Damon Gameau hoch anzurechnen, dass er sich für sein neues filmisches Projekt eines solch komplexen Themas bedient, das einerseits einen jeden von uns betrifft – und dessen der ein oder andere aufgrund der medialen Omnipräsenz allerdings auch bereits überdrüssig ist. Aber das Werk scheint trotzdem zur rechten Zeit zu kommen. Denn der Erfolg von Filmen wie der von Leonardo DiCaprio produzierte "Ice on Fire" bescheinigt der Thematik "Klimakrise" gegenwärtig (noch) ein hohes Interesse der Menschen – auch im Kino. Wobei sich die Herangehensweise und Umsetzung von "2040" deutlich von "Ice on Fire" unterscheiden.

Dass sich "2040" gerade an jüngere Zuschauer widmet erkennt man bereits daran, dass Gameau seine kleine Tochter als Aufhänger und erzählerischen roten Faden nutzt. Oder besser: benutzt. Denn die Art und Weise wie dieser das Mädchen regelrecht instrumentalisiert, sie immer wieder (nichtsahnend) im Garten, beim Spielen oder Schlafen filmt und damit an die Emotionen des Betrachters anzudocken versucht, ist ganz und gar unnötig. Mindestens aber fragwürdig.

Desweiteren lässt Gameau dutzende Kinder zu Wort kommen und will von ihnen wissen, wie sie sich ein besseres, künftiges Leben auf der Erde vorstellen. Hier stellt sich, wie so oft wenn Kinder zu einem vielschichtigen Thema befragt werden, dessen Tragweite sie noch gar nicht erfassen können, die Frage: Was ist echt, was ist gefälscht? Welche Aussagen stammen tatsächlich von den Kindern, welche von den Machern der Doku selbst?

Nichtsdestotrotz überzeugt "2040" mit seiner phantasievollen, spielerischen Bildsprache: Es gibt kreative Animationen, zweckdienliche CGI-Effekten und digital minimierte Objekte sowie Personen. Besonders gelungen sind Gameaus kindgerechte Erklärungen der Ursachen und Folgen der Erderwärmung, wenn er diese anhand von Alltagsgegenständen und in seinen eigenen vier Wänden beispielhaft aufzeigt (im Gefrierfach etwa schmelzen die "Polkappen", in der Badewanne tritt das "Meer" über die Ufer).

Herzstück des Films: die bereits existierenden Lösungen und verfügbaren Ansätze um dem weltweiten Klimawandel entgegenzuwirken. Hier wählt Gameau gute, vielseitige Beispiele, die nicht zu exotisch oder schwer umsetzbar erscheinen. Von Haushalten, die ihre eigene Energie "produzieren" über nachhaltige "Urban Gardening"-Projekte und Car-Sharing-Modelle bis hin zu Methoden eines umweltverträglichen, ökologischen Ackerbaus.

Fazit: Die auf eine jüngere Zielgruppe hin ausgerichtete Doku "2040" nutzt einen fragwürdigen Aufhänger als Rechtfertigung für die Entstehung des Films, funktioniert als niemals zu belehrender, phantasievoll umgesetzter und zum Nachdenken anregender Blick in die Zukunft aber insgesamt dennoch gut.




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