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Kritik: 47 Meters Down: Uncaged (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

Mit dem Hai-Horror "47 Meters Down" gelang dem 1976 in Cambridge geborenen Regisseur Johannes Roberts im Jahre 2017 ein veritabler finanzieller Erfolg – weshalb ein Sequel nicht lange auf sich warten ließ. "47 Meters Down: Uncaged" knüpft thematisch an den Vorgänger an, erzählt jedoch eine neue Geschichte mit neuen Figuren. Das Drehbuch, das Roberts gemeinsam mit Ernest Riera verfasst hat, greift dabei auf ein stereotyp gezeichnetes Personal zurück und setzt sich nahezu gänzlich aus banalen Dialogzeilen wie "Wir werden hier unten sterben!" oder "Wir schaffen das!" zusammen. Zwar wird zu Beginn für die zentralen Stiefschwestern Mia und Sasha ansatzweise ein Hintergrund entworfen, in welchem es um Mobbing an der Schule und um das schwierige Verhältnis zwischen den beiden jungen Frauen geht; im Folgenden wird dies aber nur sehr oberflächlich in den Plot verwoben.

Die klischeehafte Figurengestaltung und das durchweg schwache Schauspiel wären in einem nicht allzu ambitionierten Genrebeitrag womöglich zu verschmerzen, wenn die Inszenierung Schauwerte bieten und Spannung erzeugen könnte. Die Voraussetzungen hierfür scheinen vorhanden: Mia, Sasha und ihre Mitschülerinnen Alexa und Nicole begeben sich an der Küste von Brasilien auf Tauchgang in eine versunkene Maya-Stadt – womit ein reizvolles Setting ermöglicht wird. Dieses wird indes kaum für reizvolle Bilder, die in Erinnerung bleiben, genutzt. Die gefräßigen, blinden Haie, auf die das Teenager-Quartett unter Wasser stößt, sind eher mäßig animiert. Abgesehen von einigen billigen Jump-Scares können die Tiere kaum für Angst und Schrecken sorgen.

Während der Anfang des Films äußerst seicht daherkommt, ist das Werk im weiteren Verlauf oft unfreiwillig komisch. Vermeintliche Überraschungen sind extrem vorhersehbar, dramatische Momente wirken lächerlich. Dass noch zwei Nebenfiguren ohne die geringsten Charaktereigenschaften eingebaut werden, nur um als schnelles Hai-Futter zu dienen, ist selbst für B-Movie-Verhältnisse ziemlich kläglich. In seinem Finale deutet sich eine böse Pointe an – bis sich "47 Meters Down: Uncaged" auch hier für einen deutlich uninteressanteren, völlig albern anmutenden Weg entscheidet.

Fazit: Blasse Figuren, ermüdende Dialoge und eine einfallslose, zuweilen lächerliche Umsetzung ohne Spannung und Atmosphäre. Das ist weder gutes Genre-Kino noch unterhaltsamer Trash, sondern einfach nur langweilig.




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