VG-Wort

oder

Kritik: 3 from Hell (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Drei Jahre nach seinem Horrortrip "31" kehrt Musiker und Regisseur Rob Zombie mit dem letzten Teil seiner "Firefly"-Trilogie zurück. Wie schon in den ersten beiden Filmen besetzte er seine Frau Sherri Moon Zombie in der weiblichen Hauptrolle. Der von März bis April vergangenen Jahres gedrehte Film debütierte auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest.

Obwohl die Geschichte am Ende von "The Devil’s Rejects" eigentlich bereits auserzählt war, wagt Rob Zombie einen erneuten Anlauf. Seine siebte Regie-Arbeit erweist sich dabei als weniger zynisch und originell als die ersten beiden Werke, dennoch kann man "3 from hell" einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen. Das beginnt bereits bei der vielversprechenden Eröffnungsviertelstunde, in der Zombie seinem Film einen (pseudo-) dokumentarischen Anstrich verleiht ("Natural Born Killer" lässt grüßen) – und in Form von Zeitungsausschnitten, Szenen aus Nachrichtensendungen sowie TV-Interviews eine Art mediale Aufarbeitung der vergangenen zehn Jahre im Schnelldurchlauf nachliefert.

Auch die knackigen One-Liner und fiesen Kommentare, die die "Drei aus der Hölle" ihren Opfern kurz vor den Hinrichtungen noch um die Ohren hauen, sorgen für Schmunzeln – vorausgesetzt man teilt Zombies Sinn für morbiden, grotesken und schwärzesten Humor im Angesicht des baldigen Ablebens. Langeweile kommt zudem keine auf, da Zombie in seinem mal mit Action- und Thriller-, mal mit Road-Movie- und dann wieder mit klassischen Gefängnisfilm-Elementen gespeisten Film ein gehöriges Tempo vorlegt. Fans werden außerdem das Wiedersehen mit dem triebgesteuerten, unberechenbaren und völlig durchgeknallten Schlächter Otis abfeiern, der optisch wie gewohnt als Mischung aus Charles Manson und Alice Cooper daherkommt.

Der Exzentriker übertreibt es diesmal jedoch mit seinen ausufernden Gewaltdarstellungen, die oft als reines Mittel zum Zweck fungieren und in Sachen Radikalität sowie Erbarmungslosigkeit alles bisher Dagewesene der vorherigen Filme in den Schatten stellen. Man kann sich folglich des Eindrucks nicht erwehren, als diene Zombie die überzogene, irrsinnige Brutalität nur dazu, zu provozieren und bewusst über die Stränge zu schlagen.

Fazit: Der Abschluss der "Firefly"-Trilogie ist nicht ohne Charme und profitiert von einem erstklassigen, äußerst kreativen ersten Drittel, im weiteren Verlauf aber ergeht sich Zombie in übertrieben reißerischen, plakativen Gewaltexzessen.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.