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Astor Piazzolla - The Years of the Shark
Astor Piazzolla - The Years of the Shark
© Filmdisposition Wessel

Kritik: Astor Piazzolla - The Years of the Shark (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Regisseur Daniel Rosenfeld geht in seiner neuen Dokumentation auf alle wichtigen beruflichen wie privaten Stationen Piazzollas ein und präsentiert sie dem Zuschauer in chronologischer Form: von der (frühen) und entbehrungsreichen Kindheit in Argentinien, der Auswanderung der Familie in die USA über Piazzollas "Wander-und Lehrjahre" in Europa bis hin zur Rückkehr in die Heimat 1955. Einen klaren thematischen Schwerpunkt legt "The Years of the Shark" dennoch auf Piazzollas Neuinterpretation des traditionellen argentinischen Tango.

Am meisten profitiert das Werk von den größtenteils unveröffentlichten Video- und Tonaufnahmen. Piazzollas Sohn Daniel öffnete erstmals das umfangreiche, aus unzähligen Originalaufnahmen bestehende Privatarchiv des 1992 verstorbenen Vaters. Diese Bewegtbilder von TV-Interviews, Konzerten, Proben sowie privaten Familienfilmen fügt Rosenfeld gekonnt und dramaturgisch sinnvoll zusammen. So gelingt es ihm, das ereignisreiche und spannende Leben des rebellischen Künstlers ebenso auf akustischer wie visueller glaubhaft und authentisch nachzuerzählen.

Zwar legt Rosenfeld durchaus ein gehöriges Tempo vor, wenn er innerhalb weniger Sekunden Familienbilder, Konzertfotografien und Live-Impressionen aus nahezu allen Lebensjahrzehnten Piazzollas manchmal etwas stürmisch aneinanderreiht und damit unbedingte Konzentration vom Kinobesucher einfordert. Dennoch: Allein die Szenen, die den hochkonzentriert und meisterhaft aufspielenden Piazzolla an seinem Instrument zeigen, machen "The Years of the Shark" zu einem empfehlens- und sehenswerten filmischen Erlebnis.

Fazit: Informative, leidenschaftliche und mit tollen Archivaufnahmen ausgestattete Doku über einen Musiker, der wie niemand zuvor die Grenzen und Variationsmöglichkeiten des argentinischen Tango auslotete.




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