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Leaving the Frame (2019)

Dokumentarfilm über die Reise eines Paares nach Afrika und Amerika.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.2 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 6 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Die Schauspielerin Maria Ehrich möchte Abstand zu beruflichen Sorgen gewinnen und begibt sich auf eine mehrmonatige Reise. Begleitet wird sie von ihrem Freund Manuel Vering, der Journalist und Filmemacher ist. Sie wollen nicht nur als Touristen unterwegs sein, sondern auch Reportagen über Menschen machen, die sich in interessanten Projekten engagieren. Ihre erste Station ist Kenia. Nach einer Safari besuchen sie ein Dorf, das von Frauen errichtet wurde, die nicht länger von ihren Männern unterdrückt und misshandelt werden wollten. Doch Maria findet keinen Draht zu den Frauen, die Anführerin verlangt Geld und gibt sich einsilbig. Bei der Ordensschwester Mary Jane hingegen, die ein Waisenhaus führt, erlebt das Paar Herzlichkeit und eine fröhliche Gemeinschaft. Es startet im Internet eine Spendensammelaktion für ein Waisenmädchen, das eine Augen-Operation benötigt.

Das Paar besucht in Kenia auch den Naturschützer Simon Thomsett, der verletzte und kranke Raubvögel pflegt und wieder auswildert. Maria und Manuel setzen ihre Reise in Mexiko fort, mit einem VW-Käfer, den sie dort kaufen. Dann geht es weiter in die USA, von Kalifornien quer durchs Land bis an die Ostküste und weiter nach Neufundland in Kanada. In New York lernen sie den Maler Jurek Bitter kennen, einen Holocaust-Überlebenden, der davon träumt, seine Bilder einmal in Berlin auszustellen.

Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Die Schauspielerin Maria Ehrich und der Journalist und Filmemacher Manuel Vering haben einen Dokumentarfilm über ihre gemeinsame Reise nach Kenia und Amerika gedreht. Auch ein Buch ist entstanden und eine Webseite, auf der nachgelesen werden kann, wie es der Waisenhausleiterin, dem Vogelschützer und dem Maler seit dem Dreh ergangen ist. Unterwegs haben die beiden Filmemacher ihre Pläne spontan geändert und auch längere Phasen des Nichtdrehens eingelegt. Mit seinen Porträts anderer Menschen, den Naturaufnahmen und dem Meistern einer Beziehungskrise unterwegs ist dieser Reisebericht kurzweilig und abwechslungsreich geraten.

Maria Ehrich und Manuel Vering finden ihren filmischen Stil oder Ton nicht gleich, vielmehr interessieren sie sich für ganz verschiedene Dinge. Sie berichten über eine Safari in Kenia, eine Einladung zu einem Paar in den USA, das Übernachten im Zelt auf dem Autodach bei eisigen Temperaturen. Als es zwischendurch mal eine Weile um den Kauf des VW-Käfers geht, befürchtet man schon, dass aus der Reise eine Veranstaltung für Hobbymechaniker wird. Dazu können solche Reiseberichte schon mal neigen. Auch wenn Maria Ehrich in ihrem Voice-Over-Kommentar die Kriminalität in Mexiko erwähnt, kommt ein wenig Sorge auf, dass der Kurs banal werden könnte. Aber diese Ängste verflüchtigen sich, und die flotte Mischung aus Landschaftsbildern, notierten Eindrücken und der Schilderung von Begegnungen beginnt zu überzeugen.

Originell ist die Entscheidung, nicht chronologisch zu erzählen, sondern die Episoden aus Kenia nach und nach einzuflechten, während die Reise auf dem amerikanischen Kontinent weitergeht. Der Film wirkt vor allem sehr authentisch und es tut ihm gut, dass die beiden Reisenden nicht dafür anfällig sind, tiefgründige Weisheiten aus dem Hut zu zaubern.

Am meisten aber beeindruckt der Besuch bei der kenianischen Waisenhausgründerin Sister Mary Jane. Die fröhliche Frau schenkt ihren Schützlingen mütterliche Fürsorge und die Geborgenheit eines Heims, bezahlt ihre Schulgebühren. Stolz erzählt sie, dass ehemalige Heimkinder, die nun im Beruf stehen, das Haus unterstützen. Im Abspann erwähnen die Filmemacher, dass das Waisenhaus mittlerweile geschlossen werden musste, Sister Mary Jane aber ein neues aufbauen will. Über die Möglichkeit, für die vorgestellten Projekte zu spenden, informiert die Filmwebseite.

Fazit: Der dokumentarische Film, den Maria Ehrich und Manuel Vering über ihre Reise nach Kenia und Amerika gedreht haben, überzeugt mit einer abwechslungsreichen Mischung. Naturimpressionen, persönliche Betrachtungen im Tagebuchstil und kurze Reportagen über engagierte und kreative Menschen sorgen für eine inhaltliche Vielfalt, die den Bericht kurzweilig und spannend wirken lässt. Spontaneität bestimmt den Verlauf der Reise und schlägt sich auch im ungezwungenen Ton der Voice-Over-Kommentare nieder.




Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2019
Genre: Dokumentation
Kinostart: 03.10.2019
Darsteller: Maria Ehrich, Manuel Vering
Verleih: Koryphäen Film



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