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Lino - Ein voll verkatertes Abenteuer
Lino - Ein voll verkatertes Abenteuer
© 24 Bilder © Just Bridge Entertainment © Little Dream Entertainment GmbH

Kritik: Lino - Ein voll verkatertes Abenteuer (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Der brasilianische Animationsfilm von Regisseur und Drehbuchautor Rafael Ribas ist ein turbulentes Abenteuer über zwei Pechvögel, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Eigentlich hätte der Magier Don Léon dem unglücklichen Lino mit einem Zauberspruch helfen sollen, doch er verwandelte ihn versehentlich vom Mann im Katzenkostüm in einen lebendigen Plüschkater. Damit Don Léon, der in seinem Beruf keine Leuchte ist, den Gegenzauber findet, muss ihm Lino ordentlich unter die Arme greifen.

Es passiert viel in dieser Geschichte, das Erzähltempo ist hoch. Aber es werden keineswegs nur Actioneinlagen geboten, vielmehr widmet sich der Film auch ausführlich den vielen täglichen Demütigungen, die der Hauptcharakter Lino einstecken muss. Niemand hat ein gutes Wort für ihn übrig. Zu seinem sozialen Misserfolg kommen noch die täglichen Missgeschicke hinzu, etwa wenn das Brot aus dem Toaster direkt aus dem Küchenfenster springt. Der Film sprudelt vor Ideen förmlich über, die nicht selten der umtriebige, aber verpeilte Magier Don Léon beisteuert.

Sobald Lino in den Plüschkater verwandelt ist, mögen ihn die Kinder und ein Waisenmädchen adoptiert ihn sogar. Allerdings bringt nun die lang vermisste Beliebtheit Lino auch kein Glück, wollte er doch weder ein Plüschtier sein, noch per Fernsehfahndung gejagt werden. Als grell in Rot und Geld gefärbter Plüschkater fällt er natürlich überall sofort auf. Aber begleitet von Don Léon und dem Waisenmädchen lernt Lino auch, sich selbst zu vertrauen. So bekommt der Film eine pädagogische Botschaft, die zur Handlung passt.

Allerdings ist die Handlung auch so schrill wie das Katzenkostüm. Begleitet von eher störender, aufputschender Musik, begeben sich die Antihelden auf einen Trip, der zu einer Burg führt, einem Indianerreservat – nicht nur dieses verweist lose auf die USA als Schauplatz der Handlung -, in die Wüste, in den Zoo und bei dem sogar eine Sonnenfinsternis vorkommt. Die Komik kann nicht immer überzeugen, beispielsweise werden die Indianer auf sehr plumpe, klischeehafte Weise karikiert. Ähnlich überzeichnet wirken manche Actioneinlagen, etwa wenn bei einer Verfolgungsjagd das Waisenkind ständig aus dem Auto fliegt und Lino es auffangen muss. So erweist sich der visuell sorgfältig und ansprechend gestaltete Film als gemischtes Vergnügen.

Fazit: Der brasilianische Animationsfilm von Regisseur und Drehbuchautor Rafael Ribas ist ein turbulentes, manchmal auch überfrachtet wirkendes Abenteuer über einen Mann, der sich nach Erfolg und Anerkennung sehnt. Aber Lino hat das Pech, als Kinderunterhalter in einem schrecklichen Katzenkostüm zu arbeiten und Rat bei einem schusseligen Magier zu suchen, der in vollends in das grelle Plüschtier verwandelt. Bei der actionreichen Suche nach dem Gegenzauber tauchen haufenweise neue Schwierigkeiten auf. Die inhaltliche Dichte in Wort und Tat kann sowohl kurzweilig, als auch anstrengend wirken, die Komik mal gelungen, mal aufdringlich.




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