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Bonnie & Bonnie (2019)

Romantisches Drama über zwei junge Frauen, die um ihre Liebe kämpfen.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.2 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 18 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Die 17-jährige Yara (Emma Drogunova) lebt mit ihrem aus Albanien stammenden Vater, dem älteren Bruder Bekim (Slavko Popadic) und zwei jüngeren Geschwistern in Hamburg-Wilhelmsburg. Sie arbeitet in einem Lebensmittelladen und führt der Familie den Haushalt. Am liebsten aber hängt die lebenslustige Teenagerin mit ihren Freunden ab und filmt die Streiche, die sie anderen spielen, fürs Internet. So lernt sie die blonde Kiki (Sarah Mahita) kennen, die Yara mit einem gezückten Messer abwehrt, ihr dabei aber tief in die Augen schaut.

Kiki war im Gefängnis, nun jobbt sie in einer Kiez-Kneipe mit Wettbüro gleich gegenüber von Yaras Arbeitsplatz. Auf den ersten Kuss reagiert Yara verstört. In ihrem muslimischen Umfeld gibt es solche Gefühle zwischen zwei Frauen nicht. Als Bekim die beiden beim Küssen erwischt, nimmt er Yara das Handy weg und verbietet ihr den Kontakt mit Kiki. Doch Yara steigt einfach nachts aus dem Fenster. Bald eskaliert die Situation und die Liebe der beiden Frauen kommt sogar als Video ins Internet. Yara und Kiki nennen sich in Anlehnung an das amerikanische Gangsterpärchen Bonnie und Clyde nun Bonnie & Bonnie. Sie haben im Internet ihre eigene Fangemeinde. Bald befinden sie sich mit gestohlenem Geld auf der Flucht, vor dem Gesetz und Yaras Bruder.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Das Langfilmdebüt des in Hamburg-Wilhelmsburg aufgewachsenen Regisseurs Ali Hakim erzählt eine romantische Liebesgeschichte zweier junger Frauen. Weil eine von ihnen, Yara, aus einem konservativen albanischen Elternhaus stammt, darf diese Liebe im Hamburg der Gegenwart nicht sein. Yara soll gegen ihre Willen verheiratet werden, Kiki verliert ihren Job, weil die Betreiber des Wettbüros eingefleischte Machos sind und Lesben nicht mögen. Aber in Yara und Kiki ist der Geist der Rebellion erwacht. Sie sind bereit, gegen den Rest der Welt anzutreten, wenn es um ihre Liebe und ihre Freiheit geht.

Der aus Afghanistan stammende Hakim lässt den Film in dem Hamburger Viertel spielen, das er gut kennt. Auch die Denkweise konservativ eingestellter muslimischer Männer, die dort leben, kennt er. Im Grunde ist das gesamte Milieu, in dem sich Yara und Kiki bewegen, frauenfeindlich. So atmet schon allein die Szene, in der sich die beiden jungen Frauen auf der Kühlerhaube eines mal kurz stibitzten Sportwagens küssen, den Geist der Anarchie. Irgendwann befinden sich Yara und Kiki dann wirklich auf der Flucht, wie "Thelma & Louise" auf ihrem Emanzipationstrip oder eben "Bonnie & Clyde".

Bei Hakim dienen diese legendären Filmduos als geistige Vorlage für eine Outlaw-Fantasie, die sehr stilisiert und verknappt wirkt. Yara und Kiki haftet als Paar etwas Zeitloses an, auch wegen ihrer jugendlichen Liebe. Ein romantisches Ideal von Liebe und Freiheit verlangt die Bereitschaft, jegliche Art von Fesseln abzustreifen, ohne an das womöglich böse Ende zu denken.

Als Charaktere sind Yara und Kiki nicht gerade komplex gezeichnet, ihre Interaktionen sind zwar gefühlsbetont, aber auch reduziert. Ihre große Lebendigkeit – sowohl Yara, als auch Kiki sind starke, lebenshungrige Frauen -, steht im Dienst der eskalierenden Rebellion. Die Erdung in der Realität interessiert dabei weniger, was sich beispielsweise auch in der einfallslosen Art zeigt, in der ihre körperliche Liebe geschildert wird. Schöne Körper und Gesichter in schönen, gefälligen Posen, nichts Neues, Originelles. Emma Drogunova verleiht Yara eine intensive Leinwandpräsenz und auch Sarah Mahitas Kiki verrät mehr Potenzial als nur gutes Aussehen. Für eine stimmungsvolle, leicht entrückte romantische Rebellenfantasie ist gesorgt, auch wenn ihr der Mut zur Einfalt Grenzen setzt.

Fazit: Das Langfilmdebüt des deutsch-afghanischen Regisseurs Ali Hakim erzählt von der Liebe zweier junger Frauen im Migrantenmilieu des Hamburger Viertels Wilhelmsburg. Aber die stilisierte Handlung kreist mehr um das Wesen romantischer Rebellion und Freiheitsträume, als dass sie in einer bestimmten Realität verankert wirkt. Das zeigt sich in der knappen Charakterzeichnung ebenso wie in der starken Orientierung am Geiste filmischer Outlaw-Vorbilder wie "Bonnie & Clyde". Man schaut den energiegeladenen Frauenfiguren ganz gerne zu in dieser stimmungsvollen, leicht entrückten Fantasie.




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Land: Deutschland
Jahr: 2019
Genre: Drama, Romantik
Länge: 90 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 24.10.2019
Regie: Ali Hakim
Darsteller: Miguel Ribeiro da Saude, Emma Drogunova, Joao Falcao
Verleih: Salzgeber & Co. Medien GmbH

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