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Kritik: Salmas Geheimnis (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der in Mexiko alljährlich groß gefeierte Día de los Muertos oder Tag der Toten ist bereits wiederholt Gegenstand fantasievoller Animationsfilme geworden. Der bekannteste und vielleicht sogar schönste von ihnen ist "Coco" von Disney/Pixar aus dem Jahr 2017. Zwei Jahre vorher fand der von Guillermo del Toro produzierte Animationsfilm "Manolo und das Buch des Lebens" den Weg in deutsche Kinos. Nun startet hierzulande auch ein neues Animationsabenteuer aus mexikanischer Produktion, das der Regisseur Carlos Gutiérrez Medrano inszeniert hat.

Die Geschichte, um die es in diesem Film geht, mutet reichlich verworren an. Ein Mann hat sich mit dem Tod persönlich angelegt und die Dinge in Unordnung gebracht. Er wollte ihn mit Magie überlisten. Salma erfährt, was die alte Nana, bei der sie aufwuchs, damit zu tun hat und auch, dass ihre Verbindung zum Reich der Toten enger ist, als sie wusste. In dem actionlastigen Abenteuer wird viel gekämpft, vor allem gegen Skelettwesen, die Rüstungen, Kutten oder andere Bekleidung tragen. Jorge und der gewitzte, vorlaute Pedro landen sogar in der Stadt der Toten und liefern sich dort in Wildwestmanier eine Saloon-Schlägerei mit Skelettwesen. Magie kommt ins Spiel in Form von leuchtenden Spiralkreiseln und auch eine antike Pyramide der Ureinwohner wird ins Geschehen einbezogen. Wenn sich Steinmauern wie von Zauberhand verschieben und Öffnungen freigeben, fühlt man sich an die "Indiana Jones"-Abenteuer erinnert.

Weder die komplizierte Geschichte an sich, noch der etwas überdrehte Aktionismus der Figuren zählen zu den Pluspunkten des Films. Seine Stärke liegt eindeutig in der visuellen Gestaltung. Die Stadt der Toten mit ihren hohen Häusern erstrahlt in hellen Farben. Es gibt im Jenseits eine Eisenbahn und Pferde – natürlich skelettiert – zum Reiten. Das Licht und die Farben der Kulissen sorgen für eine magische Atmosphäre. Auch die düsteren Schauplätze im Diesseits mit ihren alten Gemäuern, an denen Salma um die Wahrheit und die Zukunft ringt, sind stimmungsvoll gezeichnet. An visueller Fantasie und Gestaltungsfreude fehlt es diesem Film nicht. Eine ähnliche Sorgfalt hätte auch der Charakterzeichnung und dem Timing gutgetan.

Fazit: Das Animationsabenteuer von Regisseur Carlos Gutiérrez Medrano stellt den alljährlich in Mexiko groß gefeierten Tag der Toten in den Mittelpunkt einer turbulenten, aber auch reichlich komplizierten Geschichte. Die Titelfigur versucht mit der Hilfe ihrer beiden Pflegebrüder herauszufinden, wer ihre Eltern waren. Mit viel Tatendrang stürzen sich die Charaktere in eine Action, welche die Grenzen der diesseitigen Welt durchbricht. Die Stärke des Films liegt recht einseitig in der fantasievollen visuellen Gestaltung.




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