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Kritik: Djon Africa (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Djon Africa" stammt vom bekannten portugiesischen Dokumentarfilm-Duo Joao Miller Guerra und Filipa Reis. In den letzten Jahren realisierten die Beiden ausschließlich Kurz-Dokumentationen. "Djon Africa" ist ihr erster Spielfilm. Guerra und Reis leben und arbeiten zusammen in Lissabon. Seit fast zehn Jahren inszenieren sie in Gemeinschaftsarbeit in erster Linie Dokumentarfilme, die bislang auf vielen ­internationalen Filmfestspielen aufgeführt und prämiert wurden.

Das eingespielte Regie-Duo Reis und Guerra hat mit "Djon Africa" gewissermaßen zwei Filme in einem gedreht: Einerseits schildern sie die Sinn- und Identitätssuche eines sich entwurzelt fühlenden Mannes, der sich weder in Portugal noch auf den Kap Verden, der Heimat seiner Ahnen, zu Hause fühlt (zumal er auf den Kap Verden von den Einheimischen meist nur als Tourist oder "Ausländer" angesprochen wird). Ein Mann, hin- und hergerissen zwischen unterschiedlichen Kulturen und Orten. Ein in Zeiten jahrelang anhaltender globaler Flüchtlingsströme immer noch sehr aktuelles und zeitgemäßes Thema.

Auf der anderen Seite ist "Djon Africa" tatsächlich so etwas wie ein Reise- und Dokumentarfilm über die Natur, Landschaften und Menschen auf der Inselgruppe. Die Kamera ist immer ganz dicht bei Miguel, der das Land ausgiebig bereist und unterschiedliche Inseln aufsucht – stets auf der Suche nach Antworten auf die ihn so beschäftigenden, drängenden Fragen. Wir folgen ihm zum Beispiel nach Santiago, der größten der Kapverdischen Inseln. Die Natur dort ist durchzogen von Hochgebirge, weiten Tälern und schroffen, massiven Felshängen. An anderen Schauplätzen dominieren die bunte Vielfalt der üppigen Pflanzenwelt, die idyllischen Sandstrände und die malerischen Buchten.

Klar wird: Jeder Handlungsort, jede Insel, zeigt sich von einer anderen Seite. Bunt und vielseitig ist zudem die Kultur, in die Miguel eintaucht. Vor allem die Musik spielt für die Einheimischen eine wichtige Rolle. Miguel gibt sich dieser voll und ganz hin, führt intensive Gespräche mit den Bewohnern, wird zu einem Teil des ganz besonderen Lebensgefühls an diesem exotischen Ort. Und Guerra machen damit auch den Zuschauer zu einem Bestandteil dieser mitreißenden, sehr persönlichen Entdeckungsreise.

Fazit: Die anmutigen, atmosphärischen Bilder dieser sehr intimen Mischung aus Doku und Spielfilm vermitteln einen authentischen Eindruck vom Alltag und Leben der Bewohner auf den Kapverdischen Inseln.






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