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Romys Salon (2019)

Kapsalon Romy

Niederländisches Drama über eine Enkelin und ihre demenzkranke Großmutter.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 8 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Die Eltern der zehnjährigen Romy (Vita Heijmen) leben getrennt. Als ihre Mutter Margot (Noortje Herlaar) eine neue Stelle als Kellnerin auf einem Rasthof antritt und keine Zeit mehr hat, sich nach der Schule um ihre Tochter zu kümmern, kommt Romy an den Nachmittagen im Friseursalon ihrer Großmutter Stine (Beppie Melissen) unter. Die gebürtige Dänin, die einst der Liebe wegen in die Niederlande gezogen war, führt ihren Salon mit strenger Hand, hat in letzter Zeit aber immer mehr Probleme.

Das Berechnen des Wechselgelds macht Stine ebenso Schwierigkeiten wie das Bedienen einer kurz darauf gekauften neuen Kasse. Als ihre Vergesslichkeit zunimmt, nimmt sie Romys Hilfe erst zögerlich, dann dankend an. Nach dem Schulunterricht schmeißen die zwei den Laden. Lange Zeit gelingt es ihnen so, Stines beginnende Demenz vor ihrem Umfeld zu verbergen. Als Stine schließlich doch in ein Altenheim ziehen muss, begibt sich Romy mit ihrer Oma auf ein letztes großes Abenteuer.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Gute Kinderfilme schrecken auch vor schwierigen Themen wie Krankheit und Tod nicht zurück. Doch wie diese in Szene setzen? Mischa Kamps leises Familiendrama ist nicht das erste, das eine Alzheimererkrankung der Großelterngeneration in den Mittelpunkt der Handlung rückt. Als einer der erfolgreichsten deutschen Filme der vergangenen Jahre drängt sich Til Schweigers "Honig im Kopf" (2014) als Vergleich förmlich auf. Obwohl sich die Handlungen ähneln, könnten die zwei Filme kaum unterschiedlicher sein.

"Romys Salon" beruht auf Tamara Bos' gleichnamigem Roman, den die niederländische Autorin selbst als Drehbuch adaptiert hat. Vorlage wie Verfilmung erzählen ihre Geschichte durch die Augen einer Zehnjährigen. Retrospektiv streut die kleine Romy die Erlebnisse mit ihrer Großmutter aus dem Off ein. Ihr unschuldiger Blick mildert die Krankheit für das Kinopublikum ab. Denn wie so viele Filme über Demenz spart auch "Romys Salon" deren schlimmste Folgen aus. Davon abgesehen, packen Kamp und Bos ihr Thema ausgesprochen realistisch und für einen Kinderfilm geradezu nüchtern an.

Wo Schweiger auf warme Farben und sein seit "Keinohrhasen" (2007) bewährtes Setting setzt, das mehr einem Einrichtungskatalog denn dem echten Leben gleicht, setzt Kamp auf kühle Farben und glaubwürdige Verhältnisse. Ihre Figuren wohnen ihren Gehältern entsprechend bescheiden. Eine Pflege zu Hause kommt schon allein aufgrund des zu geringen Wohnraums für Romys Mutter Margot nicht infrage. Ganz abgesehen davon, dass sie sich das als Alleinerziehende weder zeitlich noch finanziell leisten kann.

Wo Schweiger auf Slapstick und Rührseligkeit setzt, setzt Kamp auf Liebe zu und auf Nächstenliebe zwischen ihren Figuren, ohne dabei sentimental zu werden. In dieser Familie ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Ihre Mitglieder geraten immer wieder an ihre Grenzen. Vor allem aber nutzt die Filmemacherin die Erkrankung nicht für platte Gags und große Schauwerte. Stattdessen inszeniert sie kleine, liebevolle Momente zwischen einer Großmutter, die spät im Leben ihre Zuneigung zu ihren Mitmenschen entdeckt.

Fazit: Mischa Kamp hat Tamara Bos' Roman nach Bos' eigenem Drehbuch verfilmt. Herausgekommen ist ein unaufgeregter Familienfilm, der sich eines ernsten Themas annimmt, es kindgerecht verarbeitet und berührt, ohne rührselig zu sein.




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Land: Niederlande
Jahr: 2019
Genre: Drama
Länge: 90 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 30.01.2020
Regie: Mischa Kamp
Darsteller: Vita Heijmen als Romy, Beppie Melissen, Noortje Herlaar
Verleih: farbfilm verleih

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