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Kritik: The Game Changers (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der von Louie Psihoyos inszenierte Film feierte seine Weltpremiere im Februar 2018 auf der 68. Berlinale. Bekannt wurde der Regisseur für seine dokumentarische Arbeit "Die Bucht", die mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Als ausführende Produzenten fungierten Novak Dokovic, Star-Regisseur James Cameron und Schauspieler Jackie Chan.

Der Zuschauer wird vom Ultimate-Fighter-Gewinner und Elite-Sondereinheits-Trainer James Wilks an die Hand genommen, der hier nicht nur als Erzähler sondern auch als Hauptfigur fungiert, da dessen persönliches Schicksal den Aufhänger bildet. Auf diese Weise erhält der Betrachter einen persönlichen Zugang zur Thematik der Doku sowie zu Wilks selbst. Nach einer sehr schweren Verletzung befasste sich der Spitzensportler eingehender mit Fragen rund um die Themen Ernährung, Gesundheit und Heilungsprozesse.

Um all diese Themen geht es auch in den vielen Gesprächen, die Wilks mit einer ganzen Reihe unterschiedlichster Sportler führt. Dies stellt eine weitere Stärke des Films dar: Die Mannigfaltigkeit der Interviewten (darunter Rennfahrer Lewis Hamilton und Surferin Tia Blanco), die die verschiedensten Sportarten seit Jahren auf Weltklasse-Niveau ausüben – und so aus ihrem reichhaltigen Erfahrungsschatz berichten können. Und: Wie sie auf die Täuschungen sowie bewusst gestreuten Fehlinformationen der Marketing- und Lebensmittelindustrie hereinfielen. Arnold Schwarzenegger erinnert in diesem Zusammenhang passend an die früheren "Essen wie ein Mann"-Werbekampagnen, die auf zahllose Sportler Einfluss hatten.

Interessant ist der Blick in die (sehr weit zurückliegende) Vergangenheit. Gladiatoren etwa ernährten sich fast ausschließlich vegan. Der Verzicht auf Fleisch hatte jedoch keinerlei Auswirkungen auf ihre Stärke und Ausdauer, im Gegenteil: Alle wichtigen Nährstoffe erhielten sie auch durch eine fleischlose Ernährung bzw. Lebensweise. Und zu guter Letzt thematisiert "The Game Changer" ebenso den schädlichen Einfluss der Fleischproduktion auf unser Klima sowie unsere Umwelt und verschafft dem Film auf diese Weise darüber hinaus einen sehr aktuellen Bezug.

Fazit: Informative, erhellende Doku, die ein facettenreiches Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet und von ihren spannenden Interviewpartnern profitiert.




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