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Das Geheimnis des grünen Hügels
Das Geheimnis des grünen Hügels
© Der Filmverleih GmbH

Kritik: Das Geheimnis des grünen Hügels (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Dieser kroatische Kinderfilm basiert auf einem gleichnamigen Band aus der Kinderbuchreihe von Ivan Kušan über den Hobbydetektiv Koko. Das Buch erfreute sich nach seinem Erscheinen 1956 in Jugoslawien jahrzehntelang großer Beliebtheit und wurde auch in andere Sprachen übersetzt. Zur Buchreihe gibt es auch bereits drei Verfilmungen. Diese vierte entstand unter der Regie der Kroatin Čejen Černić und erweist sich als spannende und auch lustige Abenteuergeschichte. Wie die jungen Detektive muss auch das Publikum einige gruselige Momente überstehen, die sehr authentisch mit dem Kosmos der lebhaften Kinderfantasie verknüpft sind.

So beginnt der Film gleich mit einer schaurigen Szene, die kurz die Frage aufwirft, ob man in der falschen Vorstellung gelandet ist. Eine Frau in Weiß bringt auf einsamer nächtlicher Straße ein Auto zum Stehen. Nach einem Schnitt stellt sich heraus, dass es nur eine filmische Fantasie zur Gruselgeschichte ist, die Koko seinen Freunden am sommerlichen Lagerfeuer erzählt. Der Film nimmt den Grusel durchaus ernst, den sich Kinder in der Gruppe ausmalen können. Und so authentisch, mit gutem Gespür für das kindliche Erleben, geht es dann auch weiter. Die Musik klingt richtig bedrohlich, wie aus einem Erwachsenenfilm, wenn sich die Kamera nachts einem verdächtigen Haus nähert. Wer den Kindern zuerst verdächtig erscheint, sind, wie könnte es anders sein, die Außenseiter im dörflichen Kosmos. So werden die Kinder auch mit ihren eigenen Vorurteilen konfrontiert. Die Mutproben haben es in sich und niemals darf ein Junge zugeben, dass er Angst verspürt oder sich erschreckt hat!

Humor durchzieht die filmische Beobachtung der kindlichen Aktivitäten. Die Jungs ergeben eine gute charakterliche Mischung und die Mädchen – vor allem Emica und Kokos Schwester Marica – tun gerne brav und lieb, können aber auch anders. Die Geschlechterrollen verweisen auf die 1970er Jahre, in denen die Handlung wohl spielt, sind aber auch noch nicht so ganz überholt. Die Speisen, die die Mütter kochen, wie Palatschinken und gefüllte Paprika, werden von den Kindern geliebt und repräsentieren ein Stück heile Welt. Das sommerliche Abenteuer auf dem Land hat auch stets einen anheimelnden Charakter. Es schafft mit seiner Authentizität und seinem osteuropäischen Charme einen attraktiven Kontrast zu den deutschen, oft sehr normiert wirkenden Kinderabenteuern, ähnlich wie einst "Der Bär ist los" von Dana Vávrová.

Fazit: Jungs haben keine Angst, höchstens vor Mädchen, die zu viel reden. Die Geschlechterrollen wirken in diesem kroatischen Kinderabenteuer, das die Regisseurin Čejen Černić inszeniert hat, auf augenzwinkernde Weise stereotyp. Die Handlung um den Jungen Koko und seine Freunde, die im Dorf Jagd auf zwei Diebe machen, ist ähnlich wie die Buchvorlage von Ivan Kušan in einer früheren Zeit angesiedelt. Zugleich aber wirkt die Geschichte, in der sich gruseliger Schauder, authentischer Humor und eine gute Prise ländlichen Heimatidylls mischen, zeitlos frisch und vergnüglich.




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