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Mary Christmas - Georg Preusse (2007)

Weihnachtliches Wiedersehen: Wiederaufführung einer Weihnachtsshow von und mit Georg Preuße alias Mary.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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Georg Preuße ist bis heute Deutschlands größter Travestiekünstler. Anfang der 1980er-Jahre erlangte er mit Bühnenpartner Reiner Kohler alias Gordy bundesweite Bekanntheit. Nach der krankheitsbedingten Auflösung des Duos setzte sich Preußes Erfolg auch als Solokünstler/in fort. Heute tritt der 1950 in Ankum geborene Schauspieler hauptsächlich in Männerrollen auf der Theaterbühne in Erscheinung.

Diese Wiederaufführung beschert dem Publikum ein Zusammentreffen mit seiner Paraderolle als Mary. Die Weihnachtsshow wurde 2007 im Berliner Admiralspalast aufgezeichnet. Darin führt Preuße als Mary mit Gesang, Witzen, Sketchen und vielen Kostümwechseln durch ein eineinhalbstündiges Programm. Darin enthalten sind Songs wie "Nehm'n Sie 'n Alten!" und "So leb' Dein Leben", die deutsche Version von "Comme d'habitude", international besser in der englischen Variante "My Way" bekannt.

Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

"Ja, is' denn heut' scho' Weihnachten?", fragte "Kaiser Franz" in einer Werbung für einen Mobilfunkanbieter Ende der 1990er-Jahre. In eben jenem Jahrzehnt erlebte auch Georg Preußes Kunstfigur Mary mit einer eigenen Fernsehshow und Werbespots für einen Konfitürenhersteller ihren medialen Höhepunkt. Für ein Wiedersehen mit Deutschlands vielleicht nicht mehr bekanntestem (hier dürfte Oliver Knöbel alias Olivia Jones Preuße den Rang abgelaufen haben), aber bis heute bestem Travestiekünstler müssen sich manche Zuschauer tatsächlich bis (kurz vor) Weihnachten gedulden. Viele Kinos zeigen dieses Weihnachtsspecial aber bereits am Nikolaustag.

Der Berliner Verleih Croco Film hat sich auf Wiederaufführungen spezialisiert. Da liegt es nahe, außer Filmklassikern auch alte Bühnenshows noch einmal auf die große Leinwand zu bringen. Die Aufzeichnung von "Mary Christmas" im Berliner Admiralspalast hat inzwischen zwölf Jahre auf dem Buckel, und das ist deutlich spürbar. Viele Gags, vor allem jene, die auf das Verhältnis zwischen Frauen und Männern abzielen, wirken altbacken. Manche politische Pointe (etwa eine über den 2016 verstorbenen Guido Westerwelle) hat sich überlebt. Manche Ungleichheit zwischen den Geschlechtern, beispielsweise die beim Lohn, besteht hingegen immer noch.

Was "Mary Christmas" dennoch sehenswert macht, sind die Eleganz und die Bravour, mit der Preuße alias Mary mal über die Bühne schwebt, dann wieder komödiantisch über diese stöckelt. Preuße zieht alle Register: Er singt, scherzt, interagiert spontan mit seinem Publikum, schlägt melancholische und nachdenkliche Töne an – und bietet damit beste Unterhaltung für die besinnlichen Tage. Grandios ist schließlich der Schlussakkord, der an dieser Stelle nicht vorweggenommen werden soll. Nur so viel sei verraten: Preuße/Mary legen darin ihre Symbiose liebevoll-schmerzlich offen.

Fazit: "Mary Christmas" bietet einen zwölf Jahre alten, aus heutiger Sicht fast schon nostalgischen Abend mit Deutschlands größtem Travestiestar. Mit der richtigen Mischung aus Eleganz, Charme, Witz und Nachdenklichkeit stimmt Georg Preuße in seiner Paraderolle als Mary perfekt auf die Weihnachtstage ein.




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Land: Deutschland
Jahr: 2007
Länge: 90 Minuten
FSK: 6
Kinostart: 06.12.2021
Regie: Günther Mitgutsch, Georg Preuße
Darsteller: Georg Preuße
Verleih: Croco Film

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