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Fünf Dinge, die ich nicht verstehe
Fünf Dinge, die ich nicht verstehe
© Filmgalerie 451

Fünf Dinge, die ich nicht verstehe (2018)

Coming-of-Age-Drama: Ein Jugendlicher wächst auf dem Land in der nordrhein-westfälischen Region auf und blickt in eine ungewisse Zukunft.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
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Der 15-jährige Johannes (Jerome Hirthammer) lebt mit seinem Vater Rainer (Peter Lohmeyer), seinem älteren Bruder Christian (Henning Flüsloh) und seiner kranken Großmutter auf einem Bauernhof im Ruhrgebiet. Seine Mutter hat den Hof vor einiger Zeit verlassen. Der Jugendliche besucht die Schule in der nahe gelegenen Kleinstadt und soll auf Wunsch des Vaters den Jagdschein erwerben, um sich als Jäger an der Treibjagd beteiligen zu können. In der Schule fühlt sich Johannes ausgegrenzt und verspottet; seine Freundschaft zur gleichaltrigen Marike (Michelle Tiemann) wird kompliziert, als Johannes mehr für sie zu empfinden beginnt.

Während die finanzielle Not des Vaters immer größer und Christians Verhalten immer aggressiver wird, entwickelt Johannes Interesse an Christians Freundin Rosa (Victoria Schulz), die in einer Bäckereifiliale arbeitet.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Mit "Fünf Dinge, die ich nicht verstehe" gelingt dem Regisseur Henning Beckhoff und seiner Co-Drehbuchautorin Paula Cvjetkovic eine stimmige Mischung aus Milieustudie und Coming-of-Age-Erzählung. Das Werk widmet sich mit genauem Blick dem provinziellen Leben am Rande des Ruhrgebiets und fängt die Stimmung des heranwachsenden Protagonisten Johannes zwischen Abenteuerlust, Langeweile und Frustration einfühlsam ein. Man merkt der authentisch anmutenden Inszenierung an, dass Beckhoff selbst aus der Gegend stammt und er somit ein Gespür für die dortigen Verhältnisse in jedes Bild und in jede Aussage einfließen lassen konnte.

Mit seiner Kamerafrau Sabine Panossian zeigt Beckhoff auf prägnante Weise das Dasein zwischen Bauernhof und Kleinstadt; bemerkenswert ist nicht zuletzt die detailreiche Ausstattung, um etwa den chaotischen Familienhaushalt zu illustrieren. Auch die Traditionen des Ortes werden treffend geschildert – wenn zum Beispiel voller Pathos eine Treibjagd veranstaltet wird. Der adoleszente Johannes wirkt sowohl in diesem traditionsverbundenen Kreis als auch in der kleinstädtischen Schule recht verloren. Weder der verschlossene Vater noch die Lehrkörper vermögen als Vorbilder zu dienen; der rabiate ältere Bruder erweist sich als schlechter Einfluss. Dennoch ist "Fünf Dinge, die ich nicht verstehe" kein durchweg deprimierender Film; das Skript und dessen Umsetzung warten auch mit humorvollen Momenten auf.

Jerome Hirthammer ("Ferien") ist in der zentralen Rolle eine echte Entdeckung. Mit seiner Mimik und Gestik bringt er die Orientierungslosigkeit und Unbeholfenheit der Figur perfekt zum Ausdruck. Dabei wird er von einem überzeugenden Ensemble – darunter Peter Lohmeyer ("Das Wunder von Bern") und Victoria Schulz ("Electric Girl") – unterstützt.

Fazit: Ein präzise in Szene gesetzter Film über eine Jugend in der nordrhein-westfälischen Provinz mit einem hervorragenden Hauptdarsteller.




Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2018
Genre: Drama, Coming-of-age
Länge: 71 Minuten
FSK: 6
Kinostart: 07.11.2019
Regie: Henning Beckhoff
Darsteller: Anna Böttcher, Henning Flüsloh, Jerome Hirthammer
Verleih: Filmgalerie 451



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