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Holy Spirit
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© Filmperlen © Don t Tell Mama e.V.

Kritik: Holy Spirit (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Das Filmgeschäft ist eine kostspielige Branche. Unabhängig von Fördertöpfen einen Film zu drehen und in die Kinos zu bringen, ist daher aller Ehren wert. "Holy Spirit" bringt obendrein reichlich Vorschusslorbeer mit. Der Film ist mithilfe eines gemeinnützigen Vereins, der sich die Kunst- und Kulturförderung in München zum Ziel gesetzt hat, und durch Crowdfunding, Spenden und private Mittel entstanden und hat bisher 61 Preise bei Filmfestivals eingesammelt. Wirklich rund läuft diese Gesellschaftssatire allerdings nicht.

Das geringe Budget von 280.000 Euro ist "Holy Spirit" anzusehen. Die Sets sind leicht als Privatwohnungen oder öffentliche Gebäude auszumachen. Nicht jedes Set überzeugt. Das Polizeiverhör in einem Heizungskeller spielen zu lassen, in dem zudem beständig das Licht flackert, ist eine von vielen unglücklichen künstlerischen Entscheidungen. Tolle Drehorte, wie beispielsweise eine schön ausgeleuchtete Kirche, stehen ziemlich einfallslos in Szene gesetzten entgegen.

Während das Ensemble seine Sache durchweg gut macht, ist auch das Drehbuch von solchen Diskrepanzen geprägt. Die Handlung weiß nie so recht, wohin sie will. "Holy Spirit" ist mal Werbesatire, mal Glaubenskomödie, ein bisschen Krimiparodie und nichts davon richtig. Statt an einer schlüssigen Geschichte ist der durchaus wendungsreiche Film mehr an einzelnen Pointen und visuellen Höhepunkten interessiert. Das ist meist ganz amüsant, wirklich bissig ist es nie.

Immer wieder schiebt Regisseur Mike Baran, der selbst einen kleinen, für den Ausgang der Handlung bedeutenden Part vor der Kamera übernommen hat, versiert choreografierte und montierte Sequenzen ein, die an Musikvideos erinnern. Das sieht zwar schön aus, dadurch zerfasert "Holy Spirit" aber mehr und mehr zur Nummernrevue, je länger der Film dauert.

Fazit: "Holy Spirit" ist eine Low-Budget-Produktion, die sich durchaus sehen lassen, ihr geringes Budget aber auch nicht verbergen kann. Solide gespielt und inszeniert, weiß die Handlung nie so recht, wohin sie möchte. Eine Satire, die zwar voller guter Einfälle steckt, der es aber letztlich an Biss fehlt.




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