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Die Kunst der Nächstenliebe (2019)

Les bonnes intentions

Französische Komödie über eine sozial engagierte Frau, die sich mehr um Immigranten als um ihre Familie kümmert.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

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Isabelle (Agnès Jaoui) engagiert sich in Paris unermüdlich für Immigranten und Flüchtlinge. Sie gibt in einem Sozialzentrum kostenlos Französischunterricht für Analphabeten. Für ihren Mann Ajdin (Tim Seyfi) und die beiden jugendlichen Kinder hat sie kaum Zeit und das Weihnachtsfest will sie von dem kapitalistischen Geschenkezwang befreien. Als sie sich auch noch dagegen sträubt, die Familie in Ajdins Heimatland Bosnien zur Hochzeit von Ajdins Neffen zu begleiten, ist eine Paartherapie fällig.

Isabelle irritiert, dass einige ihrer erwachsenen Schüler und Schülerinnen in den Kurs der neuen Lehrerin Elke (Claire Sermonne) wechseln wollen. Die vermittle ihren Schülern sogar Arbeit, hört Isabelle. Die aus Deutschland stammende Elke scheint die perfekte Lehrerin zu sein. Sie baut Musik und Gesang in ihren Unterricht ein, um die Gefühle der Schüler für den Lernprozess zu nutzen, wie sie der staunenden Isabelle erklärt. Nun legt sich Isabelle, getrieben vom Wunsch nach Anerkennung, noch mehr ins Zeug, geht mit dem Kurs ins Theater, hütet das Baby einer Schülerin.

Als die Schüler sagen, dass sie ohne Führerschein keine Arbeit bekämen, hat Isabelle sofort eine Idee. Sie holt den widerstrebenden Fahrlehrer Attila (Alban Ivanov) von nebenan ins Boot, der sofort mit dem Unterricht beginnen soll. Ob der Antrag auf staatliche Förderung bewilligt wird und ob die Schüler den Prüfungsaufgaben sprachlich gewachsen sind, ist ungewiss.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Der französische Regisseur Gilles Legrand widmet sich in dieser energiegeladenen Komödie dem Phänomen des Gutmenschentum. Die französische Schauspielerin Agnès Jaoui spielt die Hauptrolle der Philanthropin Isabelle, die ständig Bedürftigen und Benachteiligten helfen will. Es reicht ihr nicht, einen Sprachkurs für Analphabeten zu halten, sie muss auch noch die Familie bekehren: keine Geschenke zu Weihnachten, lieber für soziale Projekte spenden.

Hinter Isabelles Umtriebigkeit steht ein Komplex, der auf fehlender Mutterliebe basiert. Schon die Großmutter (Jenny Bellay) liebte die Mutter nicht, diese nicht die Tochter, die wiederum von der Großmutter in ihrem Engagement bestärkt wird. Als Isabelle eine neue, sehr fähige Kollegin bekommt – die auf komödiantische Weise das Klischee der erfolgreichen Deutschen bedient, die alles besser können -, sehnt sie sich noch verzweifelter nach Anerkennung. Legrands Komödie vermeidet es aber, Isabelle zu karikieren und zweifelt ihre altruistische Einstellung nicht an. Es geht vielmehr um das Wie, um die Schwierigkeiten, die sich Isabelle aufhalst, wenn sie schwungvoll Hindernisse hinwegfegen will.

Die Erwachsenen, die Isabelle unterrichtet, bilden eine bunte Truppe aus aller Herren Länder. Der Umgangston ist nicht gerade von gegenseitiger Toleranz geprägt, die französische Analphabetin Francine (Martine Schambacher) beispielsweise findet: "Die Migranten sind ein Fass ohne Boden." Den Rumänen Radu (Romeo Hustiac) und einige andere Charaktere stellen Laien dar. Stets stehen die Filmfiguren vor der Herausforderung, sich mit Menschen verschiedener Herkunft auseinanderzusetzen. So ist auch der Fahrlehrer Attila ein Immigrant und Isabelles Ehemann stammt aus Bosnien. Lustigerweise bringt dieser nicht so viel Mitgefühl für mittellose Einwanderer auf wie seine Frau.

Ihren größten Reiz bezieht die gefällige Komödie aus der realitätsnahen Situationskomik. Agnès Jaoui ist auch als Regisseurin von Filmen wie "Champagner & Macarons – Ein unvergessliches Gartenfest" und "Erzähl mir was vom Regen" bekannt, die mit gut beobachteten, aus dem Leben gegriffenen Szenen überzeugten. Auch hier kann sie eine Person spielen, die mit einigen Alltags- und Zeitphänomenen fremdelt, etwa in der herrlich satirischen Dialogszene, in der sich das Ehepaar in der neu erlernten Ausdrucksweise der wertschätzenden Kommunikation angiftet.

Fazit: Mit der großartigen Agnès Jaoui in der Hauptrolle einer ununterbrochen sozial engagierten Frau verfügt die französische Komödie von Gilles Legrand über Herz und Realitätsnähe. Jaouis Charakter Isabelle wirkt sehr glaubwürdig im Lavieren zwischen Hilfsbereitschaft und dem neurotisch überzogenen Wunsch nach Anerkennung. Isabelles Konflikte mit der vernachlässigten Familie und die Reibereien in ihrem Sprachkurs für Menschen verschiedener Nationalitäten sorgen für vergnügliche Spannung. Vor allem verleihen die gut beobachteten Alltagssituationen, die in satirische Komik übersetzt werden, dem Film eine schöne Würze.




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Land: Frankreich
Jahr: 2019
Genre: Drama, Komödie
Länge: 103 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 30.01.2020
Regie: Gilles Legrand
Darsteller: Agnès Jaoui als Isabelle, Alban Ivanov als Attila, Claire Sermonne als Elke Hammler
Verleih: Neue Visionen

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