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Tommaso und der Tanz der Geister (2019)

Tommaso

Drama: Ein alternder New Yorker Filmemacher will in Rom mit seiner Ehefrau und Tochter ein neues Leben beginnen, kämpft jedoch gegen innere Dämonen an.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
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Der US-Regisseur und -Drehbuchautor Tommaso (Willem Dafoe) blickt nicht nur auf eine erfolgreiche Kino-Karriere, sondern auch auf viele Jahre des Exzesses und der Drogensucht zurück. Mit der deutlich jüngeren, aus Moldawien stammenden Nikki (Cristina Chiriac) und der gemeinsamen dreijährigen Tochter Deedee (Anna Ferrara) hat er sich in Rom für einen Neuanfang niedergelassen.

Tommaso ist mit der Entwicklung eines ambitionierten Filmprojekts beschäftigt, dessen Finanzierung sich allerdings recht schwierig gestaltet. Überdies gerät seine Ehe mit Nikki in eine Krise. Er glaubt, sie im Park mit einem Liebhaber gesehen zu haben. Immer häufiger kommt es zum Streit zwischen dem Paar, während Tommaso versucht, seine Vergangenheit aufzuarbeiten und seine Ängste zu bewältigen.

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Mit "Tommaso und der Tanz der Geister" legt der 1951 geborene US-Autorenfilmer Abel Ferrara ("Bad Lieutenant", "Pasolini") ein Werk vor, das Dokumentar- und Spielfilm-Elemente vereint und klar erkennbare autobiografische Züge trägt. Die Titelfigur des in die Jahre gekommenen Filmemachers aus Ferraras Heimatort New York wird von Ferraras engem Freund Willem Dafoe verkörpert, mit welchem Ferrara schon diverse Male zusammengearbeitet hat. Als Co-Stars fungieren wiederum Ferraras Ehefrau Cristina Chiriac und die gemeinsame Tochter Anna; und die Wohnung in Rom, die als einer der zentralen Schauplätze dient, ist tatsächlich das italienische Domizil der Familie Ferrara.

Die dokumentarische Anmutung des Films wird noch dadurch verstärkt, dass Passagen wie das Flanieren von Dafoe (der ebenfalls ein Zuhause in Rom hat) durch die städtischen Straßen nicht inszeniert wirken, sondern wie beiläufige Beobachtungen ohne deutliches dramaturgisches Ziel. Wir beobachten Tommaso unter anderem beim Italienischkurs, beim Einkaufen, beim Kochen und beim Spielen mit seiner Tochter; ferner gibt er Schauspielunterricht und besucht eine Selbsthilfegruppe für Süchtige. Insbesondere diese Gruppensitzungen sorgen für intensive Momente; sowohl die Schilderungen Tommasos als auch die Einblicke in die Leben der anderen Teilnehmer reißen mit. Spannung erzeugen zudem die Tagträume des Protagonisten, die eine zunehmende Paranoia hervorrufen und im Kontrast zu den locker erfassten urbanen Bildern stehen. Die Kameraarbeit von Peter Zeitlinger ist bemerkenswert.

Dafoe liefert in diesem oftmals sperrigen Film eine hingebungsvolle Darbietung und buhlt dabei nicht um die Sympathie des Publikums. Tommaso verhält sich herrisch und launenhaft und wird von den Dämonen seiner Vergangenheit verfolgt. Es gelingt dem Schauspieler dabei, der Figur bei aller Ambivalenz etwas Einnehmendes zu verleihen.

Fazit: Ein Alterswerk, das Biografisches und Fiktives miteinander verwebt und das (vermeintlich) süße Leben auf Ängste und Konflikte treffen lässt. Hauptdarsteller Willem Dafoe zeigt sich in Hochform.




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Land: USA
Jahr: 2019
Genre: Drama
Länge: 115 Minuten
Kinostart: 13.02.2020
Regie: Abel Ferrara
Darsteller: Cristina Chiriac als Nikki, Willem Dafoe als Tommaso, Anna Ferrara als Deedee
Verleih: Neue Visionen

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