oder

Bitte nach Mitte! (2019)

Dokumentarfilm: Die Ernst-Busch-Schauspielschule blickt auf eine bewegte Geschichte zurück – und wagte 2018 einen Umzug nach Berlin-Mitte.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.3 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 3 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Die Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" ging im Jahre 1951 aus einer privaten Schauspielschule hervor und wurde in der DDR zu einer staatlichen Fachschule. Als sie 1981 den Status einer Hochschule erhielt, wurde sie nach dem kurz zuvor verstorbenen Sänger und Schauspieler Ernst Busch benannt. Im Sommer 2018 zog die Hochschule, deren Abteilungen sich innerhalb Berlins auf vier Standorte mit stark sanierungsbedürftigen Gebäuden verteilten, in ein neues Gebäude in der Zinnowitzer Straße 11 in Berlin-Mitte, wo schließlich alle Abteilungen unter einem Dach gelehrt werden. Dem Umzug ging ein langer Kampf gegen die Bürokratie voraus, dem sich die Schülerinnen und Schüler mit Protesten stellten.

Bildergalerie zum Film

Bitte nach Mitte!Bitte nach Mitte!


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

In ihrem Dokumentarfilm "Bitte nach Mitte! – Die Schauspielschule 'Ernst Busch' zieht um" befasst sich Anne Osterloh mit der Historie der renommiertesten Schauspielschule Deutschlands. Als Anlass diente der titelgebende Umzug der Schule in einen Zentralbau in der Zinnowitzer Straße in Berlin-Mitte, wo alle vier Gewerke von Schauspiel über Regie bis zu Puppenspiel und Tanz, die bis dato an vier verschiedenen Orten gelehrt wurden, vereint werden konnten.

Osterloh fängt die Proteste ein, mit denen die Schülerinnen und Schüler den nötigen Umzug in die Stadtmitte vorantrieben. Und sie begibt sich unter anderem an den langjährigen Standort in Oberschöneweide, um in den verlassenen Räumen der Geschichte der Schule nachzuspüren. Dabei bringt sie auf gelungene Art und Weise auch alte Schwarz-Weiß-Fotografien zum Einsatz, um die dortigen Aktivitäten zu dokumentieren. Zudem lässt sie zahlreiche Personen, die an der Hochschule unterrichtet haben oder unterrichtet wurden, zu Wort kommen, wodurch der Film etwas Lebhaftes und Persönliches erhält. So schildern etwa Leander Haußmann, Lars Eidinger, Nina Hoss, Mark Waschke, Claudia Michaelsen und Thomas Ostermeier, wie sie ihre Zeit an der Ernst-Busch-Schule empfunden haben – von der Aufnahmeprüfung (die nicht in allen Fällen gleich beim ersten Mal erfolgreich war), gemeinsamen Proben und Momenten, in denen das Schicksal der Schule als ungewiss galt. Der Schauspiel-Absolvent Devid Striesow ("Lichter", "Drei") gibt an einer Stelle eine Kostprobe in Sachen Improvisationskunst.

Zu den thematischen Schwerpunkten des Werks zählt die Phase um die Wende herum – wie es der Schule gelang, kulturelle Grenzen zwischen Ost und West künstlerisch zu überwinden und sich einerseits treu zu bleiben und andererseits immer wieder neu zu erfinden.

Fazit: Ein überzeugender Einblick in die Geschichte der Ernst-Busch-Schauspielschule und deren Umzug in einen Neubau in Berlin-Mitte, mit persönlichen Schilderungen von Film- und Theater-Größen.




TrailerAlle anzeigen

Zum Video: Bitte nach Mitte!

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2019
Genre: Dokumentation
Länge: 62 Minuten
Kinostart: 21.11.2019
Verleih: Camino, moving angel

Verknüpfungen zum FilmAlle anzeigen





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.