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Bitte nach Mitte!
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© Camino © moving angel

Kritik: Bitte nach Mitte! (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

In ihrem Dokumentarfilm "Bitte nach Mitte! – Die Schauspielschule 'Ernst Busch' zieht um" befasst sich Anne Osterloh mit der Historie der renommiertesten Schauspielschule Deutschlands. Als Anlass diente der titelgebende Umzug der Schule in einen Zentralbau in der Zinnowitzer Straße in Berlin-Mitte, wo alle vier Gewerke von Schauspiel über Regie bis zu Puppenspiel und Tanz, die bis dato an vier verschiedenen Orten gelehrt wurden, vereint werden konnten.

Osterloh fängt die Proteste ein, mit denen die Schülerinnen und Schüler den nötigen Umzug in die Stadtmitte vorantrieben. Und sie begibt sich unter anderem an den langjährigen Standort in Oberschöneweide, um in den verlassenen Räumen der Geschichte der Schule nachzuspüren. Dabei bringt sie auf gelungene Art und Weise auch alte Schwarz-Weiß-Fotografien zum Einsatz, um die dortigen Aktivitäten zu dokumentieren. Zudem lässt sie zahlreiche Personen, die an der Hochschule unterrichtet haben oder unterrichtet wurden, zu Wort kommen, wodurch der Film etwas Lebhaftes und Persönliches erhält. So schildern etwa Leander Haußmann, Lars Eidinger, Nina Hoss, Mark Waschke, Claudia Michaelsen und Thomas Ostermeier, wie sie ihre Zeit an der Ernst-Busch-Schule empfunden haben – von der Aufnahmeprüfung (die nicht in allen Fällen gleich beim ersten Mal erfolgreich war), gemeinsamen Proben und Momenten, in denen das Schicksal der Schule als ungewiss galt. Der Schauspiel-Absolvent Devid Striesow ("Lichter", "Drei") gibt an einer Stelle eine Kostprobe in Sachen Improvisationskunst.

Zu den thematischen Schwerpunkten des Werks zählt die Phase um die Wende herum – wie es der Schule gelang, kulturelle Grenzen zwischen Ost und West künstlerisch zu überwinden und sich einerseits treu zu bleiben und andererseits immer wieder neu zu erfinden.

Fazit: Ein überzeugender Einblick in die Geschichte der Ernst-Busch-Schauspielschule und deren Umzug in einen Neubau in Berlin-Mitte, mit persönlichen Schilderungen von Film- und Theater-Größen.




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