oder

Der Weisse Massai Krieger (2019)

Ein deutscher Dokumentarfilmer durchläuft in einem kenianischen Dorf die Ausbildung zum Massai-Krieger.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.5 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 47 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Benjamin Eicher drehte in Kenia einen Dokumentarfilm über die große Tierwanderung am Mara-Fluss. Sein Guide Anthony Tira, ein Massai-Krieger, lud ihn in sein Dorf ein. Dort bot ihm der Dorfälteste an, einen Film über die vom Aussterben bedrohte Kultur der Massai zu drehen. Denn die junge Generation zieht es fort aus den Lehmhütten in der Savanne, hinein in die Städte.

Eicher kehrt also mit einem kleinen Filmteam zurück in das Dorf der Massai und lässt sich dort inmitten einheimischer junger Männer zum Krieger ausbilden. Diese Möglichkeit wurde wohl noch keinem Weißen geboten. So erlebt er hautnah mit, was einen Massai-Krieger ausmacht und womit er sich beschäftigt. Zu seiner großen Überraschung jagen die Krieger keine Wildtiere, sondern ernähren sich ausschließlich von Nutztieren.

Bildergalerie zum Film

Der Weisse Massai KriegerDer Weisse Massai KriegerDer Weisse Massai KriegerDer Weisse Massai KriegerDer Weisse Massai KriegerDer Weisse Massai Krieger


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Wie leben die Massai in Kenia? Das Hirtenvolk, dessen Krieger mit rot gefärbten Haaren und Speeren einen malerischen Anblick in der afrikanischen Savanne bieten, pflegt seit Hunderten von Jahren eine eigene Kultur. Mit seinen Ritualen und dem naturnahen Leben in der Wildnis, in Nachbarschaft von Elefanten, Löwen und Nilpferden, hat es sich lange den Einflüssen der westlichen Zivilisation widersetzt. Doch die abgeschiedenen Dörfer sind nun auch vom Untergang bedroht, seit es immer mehr junge Massai in die Städte zieht.

Der Dokumentarfilm von Benjamin Eicher hält die traditionelle Lebensweise der Massai-Krieger, auf Anregung eines Dorfältesten, mit der Kamera fest. Zu diesem Zweck lässt sich Eicher selbst zum Massai-Krieger ausbilden und verbringt einige Zeit mit anderen jungen Kriegern. Er kleidet sich wie sie und lässt sich die Haare und den Körper mit roter Farbe behandeln. Geschlafen wird draußen im Freien.

Die kleine Gemeinschaft der angehenden jungen Krieger verbringt die Tage zusammen. Es wird gesungen und im sportlichen Wettkampf gerungen, man nähert sich versuchsweise wilden Tieren so weit, wie diese das zulassen. Eicher erfährt, dass die Massai-Krieger keine Wildtiere jagen oder essen. Massai-Krieger ziehen nicht mehr in den Krieg, sie versuchen, die Löwen und andere Raubtiere von den Herden des Stammes fernzuhalten.

Das Selbstexperiment absolviert Eicher mit Humor und Lockerheit. Er trinkt sogar, wie es Sitte ist, das Blut eines frisch geschlachteten Tieres. Im Gegenzug bekommen die Massai-Krieger sein mitgebrachtes Ketchup zu kosten. Leider kann sich Eicher auf Englisch mit den meisten gar nicht verständigen, sondern muss auf Anthony als häufigem Gesprächspartner und Übersetzer zurückgreifen. Man erfährt nicht, wie diese Männer im Alltag leben werden, ob sie, wie der Touristenguide Anthony, auch noch einer Erwerbstätigkeit außerhalb des Dorfes nachgehen wollen.

Im Dorf gibt es eine Schule, die Kinder zeigen stolz ihre Hefte vor. Trotz ihres Traditionsbewusstseins scheinen die Massai auch aufgeschlossen für Neues zu sein. Die Einblicke in die Krieger-Kultur der Massai sind zwar unterhaltsam, gehen aber nicht in die Tiefe, denn dafür findet zu wenig Dialog vor der Kamera statt. Die Schönheit der weiten Landschaft und ihr Reichtum an Tieren sorgen für imposante Bilder. Wenn Eicher berichtet, wie gefährlich Leoparden oder auch Nilpferde sind, erscheint sein Trip im freien Gelände noch abenteuerlicher.

Fazit: Um Traditionen und Rituale der Massai-Kultur mit der Kamera festzuhalten, lässt sich der Dokumentarfilmer Benjamin Eicher in einem Dorf in Kenia selbst zum Massai-Krieger ausbilden. Inmitten einheimischer, mit Speeren und Stöcken bewaffneter Nachwuchs-Krieger durchstreift er das freie Grasland, in dem Elefanten, Löwen und andere Wildtiere leben. Sein humorvoller Selbstversuch bietet seltene Einblicke in eine aussterbende Kultur, vertieft aber die einzelnen Eindrücke zu wenig.






TrailerAlle anzeigen

Zum Video: Der Weisse Massai Krieger

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2019
Genre: Dokumentation
Länge: 84 Minuten
FSK: 6
Kinostart: 16.01.2020
Regie: Benjamin Eicher
Darsteller: Benjamin Eicher, Timo Joh Mayer
Verleih: Alpha Centauri Studios

Verknüpfungen zum FilmAlle anzeigen





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.