oder

Why don't you just die! (2018)

Papa, sdokhni

Wüste Wohnzimmerschlacht: schwarzhumorige russische Actionkomödie über einen Mann, der den Vater seiner Freundin in dessen eigenen vier Wänden um die Ecke bringen will.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Mit einem Hammer bewaffnet steht der junge Matvei (Aleksandr Kuznetsov) an der Tür des alten Ermittlers Andrei (Vitaliy Khaev). Matveis Freundin Olya (Evgeniya Kregzhde), Andreis Tochter, hat ihn dazu angestiftet, ihrem Vater den Garaus zu machen. Dummerweise ist Andrei nicht allein. Seine Frau Tasha (Elena Shevchenko), die längst im gemeinsam Ferienhaus auf dem Land sein wollte, ist noch in der Wohnung. Und mit Andreis Kollege Evgenich (Michael Gor) klingelt wenig später weiteres Ungemach. Schließlich taucht auch Olya auf und wirbelt die mörderischen Vorgänge noch einmal gehörig durcheinander.

Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse2 / 5

Nach mehreren Kurzfilmen gibt Kirill Sokolov mit dieser schwarzhumorigen und bluttriefenden Komödie sein Debüt auf der Langstrecke. Aus seinen Vorbildern macht er keinen Hehl. Der makabere, wendungsreiche Plot erinnert an Quentin Tarantino, die flotten, mit Soundeffekten versehenen Kamerabewegungen und Schnitte an Guy Ritchie, und die in manchen Szenen eingesetzten Blechbläser sind glasklare Verweise auf den Italowestern. Da verwundert es kaum, dass Sokolov neben Tarantino auch Sergio Leone ("Spiel mir das Lied vom Tod") sowie Martin McDonagh ("Brügge sehen ... und sterben?"), Park Chan-wook ("Oldboy") und Martin Scorsese ("Taxi Driver") zu seinen Vorbildern zählt.

Sokolovs Erstling ist bis in die Nebenrollen toll besetzt. Ein dichtes Kammerspiel voll technischer Spielereien. Die von Dmitriy Ulyukaev geführte Kamera vollführt mitunter irre Manöver. Die in den Komplementärfarben grün und rot gehaltenen Sets und Kostüme setzen eindrucksvolle visuelle Akzente. Und das vom Regisseur selbst verfasste Drehbuch schlägt manchen Haken, um die dünne Ausgangssituation nicht unnötig in die Länge zu ziehen.

Die darin präsentierten Hintergrundgeschichten der Figuren überzeugen allerdings ebenso wenig wie deren Motive. Ihr Verhalten bleibt genauso unglaubwürdig wie die abstrusen Wendungen, die lediglich im Genrekontext funktionieren. Um die Handlung voran und Richtung Schlusspointe zu treiben, muss schlicht und ergreifend Eskalation auf Eskalation folgen. Dabei geht dem Filmemacher das nötige Mittelmaß verloren. All die Anspielungen und Zitate, formalen Experimente und blutigen Effekte gehen allzu wild durcheinander.

Von der Klasse seiner Vorbilder ist Sokolovs Debüt ein gutes Stück entfernt. Mehr als eine an vielen Stellen unausgegorene und krude Fingerübung ist diese farbenprächtige pechschwarze Komödie nicht. Wenn man bedenkt, dass der 1989 geborene Sokolov sein filmisches Gesellenstück mit nicht einmal 30 Jahren vorlegte, ist das aber ein Versprechen für die Zukunft.

Fazit: Kirill Sokolov liefert ein vielversprechendes, letztlich aber zu krudes Langfilmdebüt ab. In seiner rabenschwarzen, bluttriefenden und zitierwütigen Actionkomödie geht es hoch her und wild durcheinander. Definitiv nichts für schwache Nerven und Mägen!




TrailerAlle anzeigen

Zum Video: Why don't you just die?

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Russland
Jahr: 2018
Genre: Action, Komödie
Länge: 98 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 16.01.2020
Regie: Kirill Sokolov
Darsteller: Alexander Kuznetsov, Vitaliy Khaev, Evgeniya Kregzhde
Verleih: Drop-Out Cinema eG

Verknüpfungen zum FilmAlle anzeigen





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.