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Why don't you just die?
Why don't you just die?
© Drop-Out Cinema eG

Kritik: Why don't you just die! (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Nach mehreren Kurzfilmen gibt Kirill Sokolov mit dieser schwarzhumorigen und bluttriefenden Komödie sein Debüt auf der Langstrecke. Aus seinen Vorbildern macht er keinen Hehl. Der makabere, wendungsreiche Plot erinnert an Quentin Tarantino, die flotten, mit Soundeffekten versehenen Kamerabewegungen und Schnitte an Guy Ritchie, und die in manchen Szenen eingesetzten Blechbläser sind glasklare Verweise auf den Italowestern. Da verwundert es kaum, dass Sokolov neben Tarantino auch Sergio Leone ("Spiel mir das Lied vom Tod") sowie Martin McDonagh ("Brügge sehen ... und sterben?"), Park Chan-wook ("Oldboy") und Martin Scorsese ("Taxi Driver") zu seinen Vorbildern zählt.

Sokolovs Erstling ist bis in die Nebenrollen toll besetzt. Ein dichtes Kammerspiel voll technischer Spielereien. Die von Dmitriy Ulyukaev geführte Kamera vollführt mitunter irre Manöver. Die in den Komplementärfarben grün und rot gehaltenen Sets und Kostüme setzen eindrucksvolle visuelle Akzente. Und das vom Regisseur selbst verfasste Drehbuch schlägt manchen Haken, um die dünne Ausgangssituation nicht unnötig in die Länge zu ziehen.

Die darin präsentierten Hintergrundgeschichten der Figuren überzeugen allerdings ebenso wenig wie deren Motive. Ihr Verhalten bleibt genauso unglaubwürdig wie die abstrusen Wendungen, die lediglich im Genrekontext funktionieren. Um die Handlung voran und Richtung Schlusspointe zu treiben, muss schlicht und ergreifend Eskalation auf Eskalation folgen. Dabei geht dem Filmemacher das nötige Mittelmaß verloren. All die Anspielungen und Zitate, formalen Experimente und blutigen Effekte gehen allzu wild durcheinander.

Von der Klasse seiner Vorbilder ist Sokolovs Debüt ein gutes Stück entfernt. Mehr als eine an vielen Stellen unausgegorene und krude Fingerübung ist diese farbenprächtige pechschwarze Komödie nicht. Wenn man bedenkt, dass der 1989 geborene Sokolov sein filmisches Gesellenstück mit nicht einmal 30 Jahren vorlegte, ist das aber ein Versprechen für die Zukunft.

Fazit: Kirill Sokolov liefert ein vielversprechendes, letztlich aber zu krudes Langfilmdebüt ab. In seiner rabenschwarzen, bluttriefenden und zitierwütigen Actionkomödie geht es hoch her und wild durcheinander. Definitiv nichts für schwache Nerven und Mägen!




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