oder
Jean Paul Gaultier: Freak and Chic
Jean Paul Gaultier: Freak and Chic
© Studiocanal

Kritik: Jean Paul Gaultier: Freak and Chic (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Mit seinem Dokumentarfilm "Jean Paul Gaultier: Freak and Chic" legt Yann L'Hénoret ein Making-of der in Paris entstandenen Fashion Freak Show vor. Das von Jean Paul Gaultier persönlich erdachte und von Tonie Marshall (1951-2020) in Szene gesetzte Spektakel nutzt unter anderem musikalische, tänzerische und filmische Mittel, um einerseits die extravagante Mode und andererseits den Werdegang Gaultiers in farbenfroher Form darzubieten. Stars wie Catherine Deneuve, Rossy de Palma und Madonna sorgen für zusätzlichen Glamour.

L'Hénoret hat die Entstehung der Fashion Freak Show bis zur Premiere im Herbst 2018 mit seiner Kamera begleitet. Dabei wird die Arbeit aller Beteiligten auf und hinter der Bühne gezeigt. Da die Show von ihren biografischen Einblicken lebt, trägt auch L'Hénorets Film die Züge eines Porträts – obschon auf den recht gängigen Einsatz von Archivmaterial verzichtet wird. Wenn Gaultier etwa den Teenager Victor Brunstein castet, damit dieser ihn in einer prägenden Episode seiner Vergangenheit verkörpert, erfahren wir etwas über die erste große Liebe des späteren Modeschöpfers zu einem anderen jungen Mann. Auch Gaultiers Gefühl, in der Schule ein Außenseiter zu sein, wird geschildert.

Dass die mit großem Aufwand gestaltete Feier des Andersseins zuweilen etwas oberflächlich und klischeehaft gerät, lässt L'Hénoret unkommentiert. Er fängt das kreative Treiben als stiller Beobachter ein – und taucht so in eine Welt der Opulenz ein.

Fazit: Ein Blick hinter die Kulissen einer Show und zugleich ein dokumentarisches Porträt, das durch seine Beobachtungen einen Eindruck von Gaultiers Leben und Werk zu vermitteln vermag.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.