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FBW-Bewertung: Lauras Stern (2020)

Prädikat besonders wertvoll

Jurybegründung: Die Kinderbücher zu ?Lauras Stern? gehören zu den modernen Klassikern des Genres. Seit dem Erscheinen im Jahre 1996 sind zahlreiche Ausgaben und Geschichten entstanden, die in 25 Sprachen übersetzt und in 30 Ländern veröffentlicht wurden. Nach dem Erfolg des Buches folgten schnell die ersten Bearbeitungen für das Fernsehen und das Kino. Beim ZDF lief eine 52-teilige Zeichentrickserie, 2004 dann ein computeranimierter Kinofilm, danach folgten drei weitere Langadaptionen auf DVD und der großen Leinwand, die aber allesamt Animationsfilme waren. Joya Thomes nun vorliegende Version von Lauras Stern ist die erste Realverfilmung der Geschichten um das Mädchen, das einen verletzten Stern findet und mit diesem zahlreiche Abenteuer erlebt ? auch wenn der Stern (wie könnte es auch anders sein) natürlich weiterhin animiert ist.
LAURAS STERN trifft die Atmosphäre der Bücher sehr gut: Die Rolle der beiden Eltern (Luise Heyer und Ludwig Trepte) sind ebenso treffend besetzt wie die von Laura und ihrem kleinen Bruder. Souverän gelingt es dem Film, eine anheimelnde Atmosphäre für Kinder zu erschaffen, die die kleinen Zuschauer*innen in die Geschichte hineinzieht und sie aufmerksam die fantastischen Entwicklungen verfolgen lässt.
Dass Lauras Familie gerade umgezogen ist und Laura selbst natürlich unter Heimweh zur alten, gewohnten Umgebung leidet, ist eine stark emotionale Komponente des Films, die, nach Auffassung der Jury, manchmal etwas zu kurz kommt. Doch das junge Publikum wird sich an diesem Aspekt ebenso wenig stören wie auch an der Tatsache, dass die musikalische Untermalung an manchen Stellen ein wenig zu präsent und dominant erscheint.
Die künstlich gebauten Settings auf dem Dach, die einen Teil der Jury eben durch ihre Künstlichkeit etwas irritierten, funktionieren in diesem Film genau deshalb so gut, weil sie eben für alle Zuschauer*innen eine Brücke in die Welt der Sterne bieten und damit auch zu Szenen, in denen der Film Realistisches und kindliche Fantastik aufs Schönste miteinander verbindet.
Das ruhige Erzähltempo und die sehr fein dosierte Dramaturgie der Geschichte machen LAURAS STERN zu einer überaus schönen, frühen Kinoerfahrung für das jüngere bis sehr junge Publikum, die zum Nachdenken und gemeinsamen Darüber-Sprechen anregt.



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