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Lauras Stern (2020)

Realfilm nach der gleichnamigen Kinderbuchvorlage von Klaus Baumgart.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.5 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Laura (Emilia Kowalski) ist gar nicht froh über den Umzug ihrer Familie in die Stadt. Sie vermisst ihren Apfelbaum und vieles mehr. Abends sieht sie einen Stern vom Himmel fallen. Kurz entschlossen geht Laura mit einer Taschenlampe in den dunklen Park und findet den Stern, der einen Zacken verloren hat. Sie trägt den kleinen Himmelskörper nach Hause. Der Nachbarsjunge Max (Jonas May), der auch in den Park gegangen ist, nimmt den Zacken mit zu sich. Doch der Zacken hüpft in Lauras Wohnung, es zieht ihn zum Stern. Laura klebt ihn dem Stern mit einem Pflaster an. Da beginnt der Stern im Zimmer zu fliegen und ihre Stofftiere Bär und Mini-Hase werden auf einmal lebendig. Lauras neugierigem kleinen Bruder Tommy (Michel Koch) bleibt das Ganze nicht verborgen, nur die Eltern (Luise Heyer, Ludwig Trepte) bemerken den Stern nicht.

In den nächsten Tagen aber stellt Laura fest, dass der Stern nicht mehr so hell leuchtet. Er scheint traurig zu sein und Heimweh zu haben. Max sieht eines Abends ungläubig, wie Laura auf dem Stern über die Dächer der Stadt fliegt. Das Mädchen will der Mutter den vergessenen Cellobogen in die Oper bringen. Max folgt Laura mit seinem Fahrrad. Auf dem Heimweg regnet es und der Stern verliert sein Pflaster. Er fällt in den Fluss, Laura und Max wollen ihn retten. Dann muss Laura eine schwere Entscheidung treffen.

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Lauras SternLauras SternLauras SternLauras SternLauras SternLauras Stern


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

"Lauras Stern", der Titel eines Kinderbuchs von Klaus Baumgart aus dem Jahr 1996, ist längst ein Sammelbegriff für eine Buchreihe, Fanartikel und weitere Unterhaltungsprodukte wie eine animierte Fernsehserie und drei Kino-Animationsfilme geworden. Nun kommt unter der Regie von Joya Thome ("Königin von Niendorf") auch die erste Realverfilmung in die Kinos, die sich stark am Kino-Animationsfilm von 2004 orientiert. Die Charaktere aus Fleisch und Blut führen die Geschichte näher an die Wirklichkeit heran, ohne ihr die Flügel der Fantasie zu stutzen. Denn mit dem Stern treten auch reizvolle animierte Figuren ins Geschehen. Das Abenteuer, das die Kinder Laura, Tommy, Max, den Stern und die zum Leben erwachten Spielzeugtiere verbindet, ist erfüllt von kindlicher Magie. Erwachsene bekommen davon nichts mit.

Das Mädchen Laura wächst in einer liebevollen Familie auf und die neue Wohnung in der großen Stadt ist gar nicht so reizlos, wie das Kind anfangs meint. Laura hat ein Zimmer, aus dem sie auf eine große Dachterrasse treten kann. Auch der Nachbarsjunge Max hat Zugang zu dieser Terrasse. Die beiden Kinder interessieren sich für den Sternenhimmel, aber ihre Bekanntschaft verläuft zunächst holprig. Für kindlichen Charme sorgt auch Lauras kleiner Bruder Tommy. Alle drei Charaktere sind hervorragend besetzt. Und sobald sich Lauras Stofftiere Bär und Mini-Hase auf magische Weise zu bewegen beginnen, geben sie – zusammen mit ein-zwei anderen Spielsachen - spaßige tierische Sidekicks ab.

Man wundert sich schon, dass Laura und Max mehrmals in der abendlichen Dunkelheit einfach unbemerkt aus dem Haus laufen. Nur einmal sucht Lauras Vater nach ihr – aber das Mädchen hat für diesen Fall trickreich vorgesorgt. Lauras Abenteuer mit dem Stern, der Heimweh hat, wandelt auf einem schmalen Grat zwischen Traum und Wirklichkeit, Fantasie und Nüchternheit. Aus diesem Widerspruch hätte der Film mehr herausholen können. Mit schrägem Humor, skurrilen Details wäre beispielsweise eine noch wundersamere Atmosphäre entstanden. So wirkt die Geschichte aber recht brav und niedlich, bis hin zum Finale, das den Besuch des Sterns bei Laura auf simple und damit leicht enttäuschende Weise erklärt. Ein bisschen mehr Mut zur Fantasie wie in "Mary Poppins", dem Film, an den anfangs schwebende Gegenstände im Zimmer erinnern, wäre auch hier schön gewesen.

Fazit: Nach dem gleichnamigen Animationsfilm von 2004 kommt nun auch ein Realfilm, der auf der erfolgreichen Buchvorlage von Klaus Baumgart basiert, in die Kinos. Unter der Regie von Joya Thome wandelt die Geschichte mit ihren sympathischen Kindercharakteren, die von einigen animierten Spielfiguren begleitet werden, auf einem schmalen Grat zwischen Magie und Wirklichkeit. Lauras Freundschaft mit dem Stern, der Heimweh bekommt, sorgt ebenso für reizvolle Spannung wie ihre nicht ganz einfache Eingewöhnung in das neue Zuhause. Dem von Wohlfühlatmosphäre durchzogenen Film hätte aber auch etwas mehr Mut zu schrägen, wundersameren Ideen gutgetan.







FBW-BewertungJurybegründung anzeigen

FBW: besonders wertvollDie Kinderbücher zu ?Lauras Stern? gehören zu den modernen Klassikern des Genres. Seit dem Erscheinen im Jahre 1996 sind zahlreiche Ausgaben und Geschichten entstanden, die in 25 Sprachen übersetzt und in 30 Ländern veröffentlicht wurden. Nach dem [...mehr]

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Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2020
Genre: Abenteuer
Länge: 79 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 09.12.2021
Regie: Joya Thome
Darsteller: Emilia Kowalski als Laura, Luise Heyer als Mutter, Ludwig Trepte als Vater
Verleih: Warner Bros.

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