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Anders essen - Das Experiment
Anders essen - Das Experiment
© Die FILMAgentinnen © Langbein & Partner

Anders essen - Das Experiment (2019)

Verblüffendes Versuchsfeld: österreichischer Dokumentarfilm, in dem drei Familien ihren Lebensmittelkonsum ändern wollen.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2.5 / 5

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Der Pro-Kopf-Verbrauch an Lebensmitteln in den westlichen Industriestaaten ist enorm. Würde jeder Österreicher, aber auch jeder Deutsche oder Franzose seine Lebensmittel selbst anbauen und das Futtermittel für die jährlich verzehrten Tiere selbst herstellen, bedürfte es dafür einer Ackerfläche von 4400 Quadratmetern pro Person. Würde sich jeder Mensch auf der Welt so ernähren, reichte der Platz auf der Erde nicht aus.

Für diesen Dokumentarfilm wird eigens ein "Durchschnittsfeld", ungefähr so groß wie ein kleines Fußballfeld, angelegt, auf dem alle pro Jahr konsumierten Lebensmittel und die Futtermittel angepflanzt werden. Im Anschluss starten drei Familien, zwei aus Österreich, eine aus Frankreich, einen Selbstversuch. Durch den Kauf von regionalen und saisonalen Produkten und einen bewussteren Fleischkonsum wollen sie ihren Landverbrauch und ihre CO2-Last senken.

Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Kurt Langbein ist kein Neuling auf dem ökologischen Feld. Der österreichische Regisseur, Produzent und Wissenschaftsjournalist nahm schon in seinen Kinodokumentarfilmen "Landraub" (2015) und "Zeit für Utopien" (2018) Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie kritisch unter die Lupe und zeigte mögliche Auswege aus der Massenproduktion auf. In seinem jüngsten Film wählt er dafür gemeinsam mit Co-Regisseurin Andrea Ernst einen erfrischend pragmatischen Ansatz.

Wie fast alle Dokumentarfilmer, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen, werben auch Langbein und Ernst für ihre Sache, spielen sich dabei allerdings nie zu Moralaposteln auf. Gegenstimmen (aus der Industrie) sucht man auch dieses Mal vergebens. Diese sind aber auch nicht zwingend nötig. Denn schon in den Familien, die den Selbstversuch wagen, gehen die Meinungen weit auseinander.

Der pragmatische Ansatz ist das Pfund, mit dem "Anders essen" wuchern kann. Viele vergleichbare Dokumentarfilme bleiben viel zu theoretisch. Durch das eigens für den Film angelegte Feld werden die Dimensionen unserer Konsumgesellschaft nachvollziehbar wie selten zuvor. Die drei Familien aus unterschiedlichen Milieus bieten zudem gleichermaßen Anschauungsmaterial wie Identifikationspotenzial. Unterfüttert wird das Ganze durch einen Blick rund um den Globus, der Umweltschäden und mögliche Alternativen aufzeigt.

So anschaulich der Feldversuch auf dem Versuchsfeld auch ausfällt, konkrete Kosten einer ökologischeren Lebensweise nennt auch dieser Film nicht. Ganz am Ende heißt es lapidar, dass der Aufpreis für alle Familien bei zehn Prozent liege. Immerhin: Den vorgestellten Familien ist es das wert.

Fazit: "Anders essen – Das Experiment" ist ein dokumentarischer Feldversuch auf einem Versuchsfeld. Das Ergebnis ist verblüffend. Anders als viele vergleichbare Dokus überzeugt diese mit anschaulichen Beispielen und einem pragmatischen Ansatz.




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Land: Österreich
Jahr: 2019
Genre: Dokumentation
Kinostart: 27.02.2020
Regie: Andrea Ernst, Kurt Langbein
Verleih: Die FILMAgentinnen, Langbein & Partner

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