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Drive Me Home (2018)

Schwierige Heimkehr: italienisches Drama über zwei Jugendfreunde, die sich nach Jahren der Funkstille wiederbegegnen.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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Antonio (Vinicio Marchioni) und Agostino (Marco D'Amore), von allen nur Antò und Tino genannt, sind gemeinsam in einem kleinen Dorf in Sizilien aufgewachsen. Als Erwachsene gehen sie getrennte Wege. Tino lebt offen schwul in Antwerpen und verdient sein Geld als Fernfahrer einer belgischen Spedition. Antò fühlt sich überall zu Hause, hat mal in Berlin, mal in London, zuletzt in Brüssel gewohnt.

Nach 15 Jahren ohne Kontakt spürt Antò Tino auf einer Raststätte in den Niederlanden auf. Knapp bei Kasse und überschuldet droht Antò, sein Elternhaus bei einer Zwangsversteigerung zu verlieren. Widerwillig nimmt Tino seinen alten Freund mit. Ihre Reise führt sie quer durch Europa und über das Trentino bis nach Neapel. Dabei kommt endlich zur Sprache, warum sie sich aus den Augen verloren haben.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse2 / 5

Nach drei Kurzfilmen führt Simone Catania erstmals bei einem abendfüllenden Spielfilm Regie. Das Ergebnis ist ein intimes Roadmovie, das mit den üblichen Problemen vieler Debüts und vieler Roadmovies zu kämpfen hat: inhaltlicher Fokus, erzählerische Dichte, inszenatorische Handschrift.

"Drive Me Home" beginnt vielversprechend. An einem Sommertag in Sizilien brüllen zwei Jugendliche ihre Wut auf die Welt in die malerische Landschaft hinaus. Nach einem harten Schnitt katapultiert das von Catania und seinem Co-Autor Fabio Natale verfasste Drehbuch das Kinopublikum 15 Jahre in die Zukunft. Die Unsicherheit des von Vinicio Marchioni gespielten Antonio setzt sich in Paolo Ferraris wackliger, vorsichtig tastender Kamera fort. Und damit nehmen zu viele Unsicherheiten ihren Lauf.

Warum sich die zwei Hauptfiguren aus den Augen verloren haben, bleibt lange unklar. Die offene Erzählung, die sich davon Spannung verspricht, verströmt schnell Langeweile. Zwischen Autobahnen und Rasthöfen herrscht alsbald erzählerischer Leerlauf. Eingeschlagene Seitenwege wie der Besuch eines Sexklubs oder ein notgedrungener Zwischenstopp auf einem Bauernhof lenken zusätzlich von dieser komplizierten Männerfreundschaft ab, anstatt sie aufzupeppen.

Neben Simone Catanias Regie, die routiniert ist, aber inszenatorisch einfallslos und arm an visuellen Höhepunkten bleibt, liegt das vor allem an den zwei Hauptdarstellern. Nicht nur sind diese für ihre Rollen zu alt und ist der Altersunterschied zwischen ihnen für ihre Rollen zu groß. Zwischen Marchioni und seinem Gegenüber Marco D'Amore kommt weder die nötige Spannung noch eine glaubwürdige Vertrautheit auf. Die einst innige Jugendfreundschaft bleibt bis zuletzt behauptet.

Fazit: Simone Catanias Langfilmdebüt als Regisseur ist ein intimes Roadmovie über eine komplizierte Männerfreundschaft. Bezüglich der erzählerischen Dichte, der inszenatorischen Handschrift und der darstellerischen Glaubwürdigkeit verschenkt dieses Drama jedoch zu viel Potenzial.




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Land: Italien
Jahr: 2018
Genre: Drama
Länge: 100 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 27.02.2020
Regie: Simone Catania
Darsteller: Vinicio Marchioni, Marco D'Amore, Jennifer Ulrich
Verleih: Pro Fun Media

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