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Helmut Newton - The Bad and the Beautiful (2020)

Dokumentarfilm über den berühmten Mode- und Aktfotografen, dessen Geburtstag sich 2020 zum 100. Mal jährt.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Helmut Newton gilt mit seinen erotisch-provozierenden Aktfotografien von schönen Frauen, aber auch mit seinen Mode- und Porträtfotos als einer der berühmtesten und einflussreichsten Künstler auf diesem Gebiet. Am 31. Oktober 2020 wäre der gebürtige Berliner 100 Jahre alt geworden, aber er starb bereits 2004 bei einem Verkehrsunfall in Los Angeles. Der Sohn einer wohlhabenden jüdischen Familie erlebte das Aufkommen und den Siegeszug des Nationalsozialismus in Berlin mit. Er lernte zwei Jahre bei der angesehenen Fotografin Yva, die später in einem Konzentrationslager ermordet wurde. 1938 floh er aus Deutschland nach Singapur und ging dann nach Australien, wo er seine spätere Frau June Newton, die ebenfalls Fotografin wurde, kennenlernte.

Newtons Aufstieg zum Starfotografen begann in den 1950er Jahren, als er die ersten Aufträge der Zeitschrift Vogue annahm. In den 1960er und 1970er Jahren, auf den Schwingen der sexuellen Revolution, machte er mit Aktfotografien von Frauen in gewagten Posen zahlreiche junge Models und Künstlerinnen berühmt. Feministinnen bezichtigten ihn des Sexismus. Der Dokumentarfilm lässt Helmut Newton in Archivaufnahmen selbst über seine Arbeitsweise und die Liebe zur Fotografie erzählen. Außer ihm halten zahlreiche berühmte Frauen, die er fotografierte, Rückschau. Auch Anna Wintour, Chefredakteurin der amerikanischen Vogue, und June Newton erinnern sich.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Der Dokumentarfilm von Gero von Boehm porträtiert den legendären, 2004 verstorbenen Fotografen Helmut Newton, dessen Aufnahmen nackter Frauen jahrzehntelang für Furore sorgten und die Gemüter erhitzten. Am 31. Oktober 2020 wäre der gebürtige Berliner 100 Jahre alt geworden, aber in diesem Film erstrahlt sein Werk in einer Frische, die zugleich an die große, wilde Zeit der 1960er und 1970er Jahre erinnert. Außer dem Künstler selbst, der in ausführlichen Interviews von früher zu sehen ist, kommen nur Frauen zu Wort.

Charlotte Rampling, Isabella Rossellini, Grace Jones, Hanna Schygulla, Nadja Auermann und andere erzählen die aufregende Hintergrundgeschichte von Fotografien, die elegant, erotisch und sehr provokant waren. Zugleich liefern sie als die ehemaligen Fotoobjekte ihre meist ausgesprochen positive Interpretation der oft als sexistisch kritisierten Werke. Charlotte Rampling ist voll der Bewunderung, wenn sie erzählt, wie Newton ihr mit einem einzigen Foto als junger Frau ein öffentliches Image schuf. In den Statements kommen interessante Aspekte, wie die provokante Macht, die die halb oder ganz entblößten Frauen auf den Fotos ausstrahlen, zur Sprache. Newton sagt, Männer hätten solche Bilder oft als einschüchternd empfunden.

Der Film arbeitet sehr schön das Spannungsfeld seiner Inszenierungen heraus, die mit dem Gegensatz von Lust und Gefahr spielen. Sogar eine stilistische Anspielung auf den verherrlichenden Körperkult der Nazis wird darin erkannt, etwa von Isabella Rossellini. Das wirkt nicht ganz aus der Luft gegriffen, wenn Newton von den dramatischen Eindrücken seiner Berliner Jugendjahre erzählt.

Im Kontext der offenen, beseelten Erzählungen Newtons und seiner ehemaligen Models entfalten die Fotografien ihre elektrisierende Aussagekraft auf das Schönste. Es ist kaum möglich, sich ihrer Erotik, ihrer wilden Sinnlichkeit zu entziehen. Zugleich spielen sie witzig mit den Konventionen und der befreienden Kraft der Fantasie.

Newton scheute auch nicht davor zurück, sich in späteren Jahren abwechselnd mit seiner Frau im privaten Umfeld vor die Kamera zu stellen und diese Aufnahmen eines Lebensgefühls zu veröffentlichen, ob er nun vorteilhaft aussah oder nicht. Man verlässt den Film beschwingt, angeregt, im Gefühl des jungen Draufgängertums, das auch der leitmotivisch verwendete Song "Make Me Smile" von Steve Harley & Cockney Rebel so kongenial ausdrückt.

Fazit: Gero von Boehm gelingt es in diesem Dokumentarfilm, den künstlerisch-rebellischen Starfotografen Helmut Newton und sein Werk mitreißend zu würdigen. Wenn Frauen wie Grace Jones, Charlotte Rampling, Nadja Auermann erzählen, wie sie für Newton Modell standen, erhalten ikonische Mode- und Aktfotografien vergangener Jahrzehnte ihre aufregende Hintergrundgeschichte. Auch der 2004 verstorbene Meister selbst kommt in Archivaufnahmen ausführlich zu Wort. Seine oft umstrittenen, aufreizend erotischen Inszenierungen entfalten in dieser spannenden Werkschau eine ungebrochene Faszination.




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FBW: besonders wertvollBei einem Film, der rund um den 100. Geburtstag eines Künstlers in die Kinos kommt, glaubt man zu wissen, was kommt: eine Einführung ins Werk, abgehandelt als Entwicklungserzählung von Kindheit bis zum Tod. Gero von Boehm aber überrascht in HELMUT [...mehr]

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Land: USA
Jahr: 2020
Genre: Dokumentation
Regie: Gero von Boehm
Darsteller: Charlotte Rampling, Isabella Rossellini, Catherine Deneuve
Verleih: Filmwelt

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