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Spitzbergen - Auf Expedition in der Arktis
Spitzbergen - Auf Expedition in der Arktis
© comfilm

Kritik: Spitzbergen - Auf Expedition in der Arktis (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Eisblaue Gletscher, glitzernde Eisskulpturen, endlose Schnee- und Eisgebiete: All dies (und noch weit mehr) gibt es in "Spitzbergen" in Form von Totalen, erhabenen Panoramabildern (moderne Kameradrohnen sorgten für die Impressionen aus der Vogelperspektive) sowie Nahaufnahmen zu sehen. Dabei ist den beiden Filmemachern, die bereits Länder wie Australien und Portugal mit der Kamera bereisten, die Begeisterung und Leidenschaft für die Thematik jederzeit anzumerken. "Spitzbergen" ist ein Crowdfunding-Projekt, das Schranz und Wüstenberg allerdings nicht alleine ins ewige Eis führte. Sie sind Teil einer (touristischen) Expedition und mit ihnen befinden sich noch etliche weitere "Entdecker" auf dem Schiff.

Für den Informationsgehalt im Film sorgt in erster Linie ein junger, aber erfahrener Arctic-Nature-Guide, der die Touristen (und damit auch den Zuschauer) über die Besonderheiten der Natur und die vielfältige Tierwelt aufklärt. Apropos Fauna: Die Tiere spielen eine ganz besondere Rolle in diesem dokumentarischen Reisebericht. Im Film tauchen Blauwale auf, Walrosse, Rentiere, Polarfüchse, Polarhühner und, ja, auch Eisbären. Der Eisbär: das Symbol für den Klimawandel, für das schmelzende Eis.

Mit Off-Kommentaren wird im mit etwas zu emotionalisierender Musik ausstaffierten "Spitzbergen" immer wieder auf diesen tragischen Umstand verwiesen. Daneben gibt es aber auch Kommentare und Dialoge, die absolut belanglos und nichtssagend sind ("Das ist ein Blauwal. Der ist riesig". Antwort: "Ja"). Abwechslung entsteht, da die Regisseure von unterschiedlichen Positionen und Standorten aus filmen: Mal drehen sie vom Land aus, mal von den höchsten Gipfeln, mal vom Schlauchboot oder vom Schiff. Alles in allem vergegenwärtigt einem "Spitzbergen" die Natur-Schönheiten der abgeschiedenen Inselgruppe ebenso wie die bedrohte Tierwelt und verweist auf die Einsamkeit und, vor allem, die Vergänglichkeit der Eislandschaften. Das alles ist wichtig und besitzt natürlich Relevanz – neu oder überraschend sind alle diese Erkenntnisse und Infos aber nicht.

Fazit: Bildgewaltige, mit Leidenschaft für das Sujet umgesetzte Doku, deren Informationsgehalt jedoch recht dünn und wenig erhellend ist.




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