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Body of Truth
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Kritik: Body of Truth (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

In ihrem Dokumentarfilm "Body of Truth" befasst sich Evelyn Schels ("Georg Baselitz") mit den vier Künstlerinnen Marina Abramović, Sigalit Landau, Shirin Neshat und Katharina Sieverding. Das Werk, das seine Premiere 2019 auf dem Filmfest Hamburg feierte, zeigt als Verbindung zwischen den Frauen auf, dass diese alle (auf ganz individuelle Art und Weise) ihren Körper als "Werkzeug" begreifen, um damit Kunst zu schaffen und sich mit gesellschaftlichen sowie politischen Themen wie den Jugoslawienkriegen, dem Nahost-Konflikt, der Iranischen Revolution oder dem Faschismus in Deutschland auseinanderzusetzen.

Schels widmet sich jeweils den Biografien der Künstlerinnen, indem sie diese selbst zu Wort kommen lässt. Die Erzählungen werden ergänzt durch Fotografien und Archivmaterial. Hinzu kommen Einblicke in die bisherigen Arbeiten von Abramović, Landau, Neshat und Sieverding sowie eine Begleitung aktueller Projekte. Wenn Schels und ihr Kameramann Börres Weiffenbach den vier Protagonistinnen über die Schulter schauen, wie Ideen entwickelt und verwirklicht werden, hat "Body of Truth" seine reizvollsten Momente – etwa wenn Neshat ein Porträt der Friedensnobelpreisträgerin Malala vorbereitet oder wenn Sieverding an der großen Ausstellung "Von fremden Ländern in eigenen Städten" für den öffentlichen Raum in Düsseldorf feilt. Schön ist auch ein Treffen zwischen Abramović und Neshat, von dem man gerne noch mehr gesehen hätte.

Die deutsch-schweizerische Koproduktion bleibt in ihren Mitteln eher konventionell und hätte an manchen Stellen entschiedener in die Tiefe gehen können. Als Anregung, sich weiter mit dem Schaffen der vier außergewöhnlichen Künstlerinnen zu beschäftigen, ist "Body of Truth" indes fraglos sehenswert.

Fazit: Ein dokumentarisches Vierer-Porträt, das die Körperlichkeit und die politische Kraft im Werk von Marina Abramović, Sigalit Landau, Shirin Neshat und Katharina Sieverding beleuchtet.




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