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Der letzte Mieter (2018)

Thriller-Drama: Bei der Zwangsräumung einer Wohnung in Berlin wird ein verzweifelter Mann zum Geiselnehmer.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
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Der gestresste Handwerker Tobias Heine (Matthias Ziesing) gerät mitten in die Räumung der Berliner Wohnung seines Vaters Dietmar (Wolfgang Packhäuser). Das unsanierte Haus befindet sich in einem Straßenzug, der von einer großen Immobilienfirma gekauft wurde. Alle Häuser werden dort frisch renoviert; die Menschen, die bisher zur Miete in den Häusern wohnten, wurden bereits größtenteils vergrault und in Sozialunterkünfte gebracht.

Als Tobias eintrifft, ist die Polizei vor Ort, um den erzwungenen Auszug der verbliebenen Leute zu überwachen. In Dietmars Wohnung begegnet Tobias zudem dem Makler Franke (Moritz Heidelbach), der auch zu seinen Auftraggebern gehört. Dietmar weigert sich, seine alte Wohnung zu verlassen – bis es zur völligen Eskalation kommt. In einer Kurzschlusshandlung nimmt Tobias sowohl den zwielichtigen Franke als auch die junge Polizistin Shirin Kämper (Pegah Ferydoni) als Geiseln, um sich gegen die rücksichtslosen Methoden der Immobilienfirma zu wehren.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Mit seinem Kinofilmdebüt "Der letzte Mieter" hat Gregor Erler einen unabhängig produzierten, vergleichsweise niedrig budgetierten Mix aus Psychodrama und Action-Thriller geschaffen, der bei den Internationalen Hofer Filmtagen 2018 seine Premiere feierte. Die exzellente Kameraarbeit von Moritz Reinecke hebt das kammerspielartige Werk deutlich über den bekannten Fernsehkrimi-Durchschnitt; zudem wartet das Drehbuch, das Erler gemeinsam mit Benjamin Karalic verfasst hat, mit spannungsreich gestalteten Figuren und guten Schauspiel-Darbietungen auf.

Der Film widmet sich relevanten Sujets – es geht um Gentrifizierung, um das rabiate Vorgehen von Unternehmen, das der Verdrängung von Bevölkerungsschichten dient. Erler verpackt seine Sozialkritik nicht ins Gewand eines Problem- und Thesenfilms, er erzeugt keinen Betroffenheitskitsch, sondern nutzt die Mittel des Genrekinos, um sehr präzise auf Missstände im Umgang mit Menschen hinzuweisen. Das Skript und dessen Umsetzung zeigen eine klare Haltung, vermeiden es aber durch diverse Brüche in der Charakterzeichnung, allzu einseitig daherzukommen.

Zum Gelingen von "Der letzte Mieter" trägt nicht zuletzt das engagiert spielende Ensemble bei. Der fernseherfahrene Matthias Ziesing verkörpert den Handwerker Tobias äußerst überzeugend und lässt gar an Michael Douglas' Performance in Joel Schumachers modernem Klassiker "Falling Down" denken. Sowohl Tobias' Wut als auch dessen Ratlosigkeit werden glaubhaft vermittelt. Unterstützt wird Ziesing etwa von der stets sehenswerten Pegah Ferydoni ("Türkisch für Anfänger", "Women Without Men") in der Rolle der Polizistin Shirin, die sich bemüht, die Lage unter Kontrolle zu bringen.

Fazit: Gekonnt gemachtes Genre-Kino aus Deutschland, das sich mit wichtigen Themen befasst und zudem intensive Schauspiel-Leistungen bietet.




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FBW: besonders wertvollIm Kino besteht eine altbewährte Strategie darin, dass im Rahmen von Genrefilmen aktuelle und politisch brisante Themen behandelt werden. Auf einer Ebene werden die Erwartungen an das Unterhaltungskino befriedigt, es gibt also Spannungsmomente, [...mehr]

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Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2018
Genre: Thriller, Drama
Länge: 97 Minuten
Kinostart: 13.08.2020
Regie: Gregor Erler
Darsteller: Wolfgang Packhäuser als Dietmar Heine, Sebastian Achilles, Pegah Ferydoni als Shirin Kämper
Verleih: Dualfilm Verleih

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