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Morgen gehört uns (2019)

Demain est à nous

Dokumentarfilm über Kinder aus aller Welt, die sich für Arme, Notleidende und für die Umwelt engagieren.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.8 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 9 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Der 13-jährige José Adolfo aus Peru gewinnt im Jahr 2018 den "Children‘s Climate Prize" in Stockholm. Er hat in seiner Heimatstadt Arequipa schon mit sieben Jahren eine Umweltbank gegründet. Kinder können dort Konten eröffnen, indem sie wiederverwertbaren Müll wie Altpapier und Plastikflaschen einsammeln, der verkauft wird. Das Geld kommt ihnen selbst zugute.

Auch in anderen Ländern engagieren sich Kinder und Jugendliche für bessere Lebensverhältnisse Gleichaltriger oder für notleidende Erwachsene. Der zehnjährige Arthur verkauft in der französischen Stadt Cambrai selbstgemalte Bilder und besorgt Obdachlosen Decken und Essen. In den USA verteilt die elfjährige Khloe kleine Aufmerksamkeiten an Obdachlose. In Guinea, Afrika, kämpft die 12-jährige Aïssatou gegen die Zwangsverheiratung minderjähriger Mädchen. Wenn sie von einer solchen Hochzeit hört, geht sie mit der Polizei hin und befreit die Braut.

Im indischen Neu-Delhi gibt die elfjährige Heena eine Zeitung heraus, deren Artikel von Straßenkindern geschrieben sind und von ihnen berichten. Sie setzt sich gegen Kinderarbeit und für das Recht auf Schulbildung ein. In Bolivien haben Kinder, die aus Armut arbeiten müssen, eine Gewerkschaft gegründet, die sich für bessere Arbeitsbedingungen einsetzt.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Seit die Schülerin und Klimaaktivistin Greta Thunberg an Freitagen für die Zukunft streikt und Schüler und Schülerinnen in aller Welt ihrem Beispiel folgen, staunen Erwachsene über die Entschlossenheit, mit der Kinder und Jugendliche gegen gesellschaftliche Missstände und Lethargie demonstrieren. Der französische Regisseur Gilles de Maistre ("Mia und der weiße Löwe", "Der erste Schrei") stellt in seinem Dokumentarfilm Heranwachsende aus verschiedenen Ländern vor, die sich aktiv für entrechtete oder mittellose Mitmenschen engagieren. Die meisten von ihnen treten mutig und ideenreich für Kinder in Not ein, damit sie eine Schulbildung erhalten und nicht als Ehefrauen oder Arbeitskräfte versklavt werden.

Aïssatou aus Guinea und Heena aus Indien greifen unerschrocken gesellschaftliche Traditionen an. Sie handeln sich eine Menge Ärger von Erwachsenen ein, wenn sie diese öffentlich kritisieren. Obwohl das Gesetz Kinderehen in Guinea nicht erlaubt, werden sie oft vollzogen und die Rede eines dagegen protestierenden Mädchens will auf dem Markt nicht jeder hören. Heena spricht einen Vater an, er solle seinen Sohn zur Schule gehen lassen, statt ihn zum Arbeiten zu zwingen, und bekommt zu hören, sie solle verschwinden. Aber die beiden Mädchen lassen sich von negativen Reaktionen nicht beirren.

Sehr bewegend sind die Beispiele aus Bolivien, weil sie zeigen, dass Kinder dort oft keine andere Wahl haben, als zu arbeiten. Mit dem Geld unterstützen sie die Familien und können sich den Schulbesuch finanzieren. Hier geht es der Gewerkschaft der Kinderarbeiter darum, für bessere Arbeitsbedingungen einzutreten und eine stützende Gemeinschaft zu schaffen. Berührend sind auch die Momente, in denen der Franzose Arthur mit den Tränen kämpft, wenn er mit obdachlosen Bettlern spricht.

Der Film verbreitet Mut und Optimismus, indem er aufzeigt, was Einzelne bewirken können, wie Kinder ein neues Bewusstsein mit konkreten Taten schaffen. Manchmal wirkt es jedoch auch ein wenig gewollt und oberflächlich, wie der Film das Vorbildliche, gar Heroische in den Handlungen der Protagonisten anpreist. Wenn die Kinder und einige der Eltern sprechen, kommen Hintergründe, der Alltag, Probleme und Zweifel, die das Engagement vielleicht auch hervorruft, zu kurz.

Fazit: Der Dokumentarfilm von Gilles de Maistre stellt Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Ländern vor, die Menschen in Not helfen und gesellschaftliche Missstände nicht länger hinnehmen wollen. Zu ihnen zählen der Gründer einer Ökobank für Schüler in Peru, eine afrikanische Aktivistin gegen die Kinderehe, eine indische Gegnerin der Kinderarbeit, bolivianische Kinderarbeiter, die sich gewerkschaftlich organisieren, Minderjährige, die Sachen an Obdachlose verteilen. Diese engagierten jungen Menschen in Aktion zu erleben und erzählen zu hören, stimmt optimistisch. Manchmal schränkt der Film sein Blickfeld jedoch unvorteilhaft ein, wenn er sich allzu sehr bemüht, die Erfolgsbotschaft zu verkünden, die er in diesen Beispielen findet.




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Land: Frankreich
Jahr: 2019
Genre: Dokumentation
Länge: 85 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 15.07.2021
Regie: Gilles de Maistre
Darsteller: Kaycie Chase als Erzähler
Verleih: Neue Visionen

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