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Friedrich Hölderlin - Dichter sein. Unbedingt!
Friedrich Hölderlin - Dichter sein. Unbedingt!
© Arsenal

Friedrich Hölderlin - Dichter sein. Unbedingt! (2019)

Friedrich Hölderlin: Dichter sein. Unbedingt!

Der Dokumentarfilm setzt sich mit Leben und Werk des Dichters Friedrich Hölderlin auseinander.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2.0 / 5

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Im März 2020 jährt sich der Geburtstag des deutschen Dichters Friedrich Hölderlin zum 250. mal. Seine Jugend verbringt er in Klosterschulen, die er hasst. Der Ausbruch der Französischen Revolution 1789 ist für ihn ein einschneidendes Erlebnis. Er sehnt das neue Konzept der bürgerlichen Freiheit auch für Deutschland herbei und sieht es als seine dichterische Aufgabe an, die neuen Ideale zu preisen. Er besucht die Universität in Jena und lernt dort Goethe und Schiller kennen.

Hölderlin nimmt eine Stelle als Hauslehrer in Frankfurt an und geht eine Beziehung mit Susette Gontard, der Frau des Hauses, ein. Als der Ehemann dahinterkommt, verliert er die Stelle und die Liebe seines Lebens. Hinzu kommt die Enttäuschung über die Radikalisierung der Französischen Revolution und ihre Ablösung durch die Ära Napoleons. Hölderlin verlässt Deutschland und geht nach Bordeaux. Als er zurückkehrt in sein Elternhaus, wirkt er seelisch angeschlagen.

Mit 33 Jahren sieht er sich in der Hälfte des Lebens angekommen und zieht Bilanz über sein Werk. Er verändert seine Dichtung in der Form radikal. Sie wird von seinen Zeitgenossen nicht mehr verstanden, weil sie, aus heutiger Sicht betrachtet, so modern ist. Er hat manische Phasen und wird schließlich zwangsweise in eine Nervenklinik eingeliefert. Von dort kommt er in die Pflege einer Tübinger Familie und wohnt die restlichen 36 Jahre seines Lebens in ihrem Haus in einem Turmzimmer.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse2 / 5

Am 20. März 1770, also vor 250 Jahren, wurde der deutsche Dichter Friedrich Hölderlin geboren. Er schrieb Gedichte, die ihrer Zeit in Form und Stil weit voraus waren. Auch politisch und philosophisch war die Freiheit – inspiriert von der Französischen Revolution - sein großes Thema. Der Dokumentarfilm von Hedwig Schmutte und Rolf Lambert tastet sich mit Hilfe von Schriftstellern und Wissenschaftlern an Leben und Werk dieses innerlich zerrissenen Genies heran.

Die Experten, die im Film zu Wort kommen – unter ihnen die Lyriker Durs Grünbein und Daniela Danz, der Schriftsteller Kurt Oesterle und der Literaturwissenschaftler Uwe Schütte -, gehen vor allem auf die große Bedeutung des Freiheitsgedankens der Französischen Revolution für Hölderlin ein. Demnach sah sich Hölderlin als einen politischen Dichter, der die Menschen aufklären und für humanistische, republikanische Ideale begeistern wollte. Im Film wird darüber spekuliert, ob ihm die Diagnose einer Geisteskrankheit später nützlich war, um sich der drohenden politischen Verfolgung zu entziehen. Die Spekulationen aber werden nicht weiter vertieft oder belegt – wer sich in der Biografie Hölderlins nicht auskennt, blickt hier nur schwer durch. Auch werden Phasen in seinem dichterischen Schaffen benannt, zum Teil mit Versen und Texten belegt, aber es wird oft so getan, als müsste das Publikum mit seinem Werk im Grunde schon vertraut sein.

Der sensible, vom Humanismus und der Liebe zur Natur beseelte Geist Hölderlins bekommt leider in der wichtigtuerischen Inszenierung wenig Raum zur Entfaltung. Mit Spielszenen – ein Schauspieler flaniert beispielsweise durch Orte, an denen Hölderlin wohnte -, und den Experten, die vor der Kamera den Dichter auf Gemälden, seine Aufzeichnungen betrachten, wird die Spurensuche selbst zum Hauptthema. Es wird fast der Eindruck vermittelt, die Gesprächspartner und die Leute hinter der Kamera – auch Musiker und Animateur kommen bei der Arbeit ins Bild – befänden sich hier in einem Forschungsprojekt. Eine schlechte Gliederung sorgt dafür, dass sich vieles inhaltlich wiederholt, die stets sehr kurzen, aneinandergereihten Wortbeiträge Schleifen ziehen. Mit dem Lärm unserer Zeit aber lässt sich keine Brücke über die Jahrhunderte spannen, um diesen rebellischen Künstler besser zu verstehen.

Fazit: Vor 250 Jahren, am 20. März 1770, wurde der Dichter Friedrich Hölderlin geboren. Der Dokumentarfilm von Hedwig Schmutte und Rolf Lambert geht mit Gesprächspartnern aus Kunst und Wissenschaft dem politisch-philosophischen und künstlerischen Freiheitsstreben Hölderlins nach. Beflügelt von den Idealen der Französischen Revolution, verstand er sich als aufklärerischer Dichter, der sich auch über die stilistischen Regeln der Dichtkunst kühn hinwegsetzte. Die zwischen Spielszenen, Rezitationen, kurz geschnittenen Wortbeiträgen wechselnde Inszenierung wirkt wichtigtuerisch und verfehlt so oft die Annäherung an den geheimnisumwitterten, von seelischem Unglück geplagten Dichter.




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Land: Deutschland
Jahr: 2019
Genre: Dokumentation
Länge: 90 Minuten
Kinostart: 13.02.2020
Regie: Hedwig Schmutte, Rolf Lambert
Verleih: Arsenal

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