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Kritik: Monster Problems (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Ursprünglich sollte Monster Problems (der offizielle Filmtitel lautet mittlerweile "Love and Monsters") Anfang 2020 in den US-Kinos starten, diverse unvorhergesehene Ereignisse (darunter die Corona-Pandemie) sorgten jedoch für eine mehrmalige Verschiebung des Termins. Die 30-Millionen-Dollar-Produktion stammt von Michael Matthews, der vor drei Jahren mit seinem Debüt "Five fingers for Marseille" für Furore sorgte.

Zugegeben: Story, Stil, Humor und Bildsprache in diesem wilden Mix aus Coming-of-Age, Fantasy, Abenteuer und Monster-Action sind nicht wirklich neu. Vieles erinnert an "Zombieland", "Der Nebel", "I am Legend", "28 days later" oder "Tucker and Dale vs Evil". Doch Regisseur Matthews klaut sich das Beste und Unterhaltsamte aus all diesen Filmen zusammen und kreiert einen höllisch unterhaltsamen, enorm actionreichen und dennoch familienfreundlichen Trip durch eine apokalyptische, zerstörte Welt. Betörend setzt er die australische Landschaft (gedreht wurde u.a. an der Goldküste) in Szene, die als ursprünglicher, riesiger Dschungel mit Seen, Waldgebieten und weiten Prärien ins Staunen versetzt.

Trotz des relativ geringen Budgets von 30 Millionen Dollar können die CGI-Effekte überzeugen. Vor allem das Design und die Optik der Monster, die sehr oft an bestialisch-groteske Ameisen oder genetisch veränderte Reptilien erinnern, wissen zu beeindrucken. Hinzu kommen spielfreudige Darsteller, die ihre Rollen mit Leidenschaft (und viel Körperreinsatz) ausfüllen. Besonders im Gedächtnis bleibt die Figur des raubeinigen Clyde ("Guardians oft he Galaxy"-Star Michael Rooker), eine Art Mix aus Han Solo und Sprüche-klopfender Mentor á la Tallahassee aus "Zombieland", gespielt von Woody Harrelson.

Auch Schönling Dylan O’Brien verleiht seiner Figur eine überraschend glaubwürdige Tiefe. Die Wandlung Joels vom etwas nervtötenden, naiven Jugendlichen zum selbstbewussten und verantwortungs-bewussten jungen Mann spielt er unsentimental und nachhaltig. Positiv hervorzuheben ist weiterhin, dass Matthews den Mut für ein in dieser Form so nicht erwartbaren Schluss aufbringt und seinen Film mit einem abwechslungsreichen, energiegeladenen Soundtrack anreichert, der aus bekannten (Soul- und Rock-)Klassikern ebenso wie aus lange nicht mehr gehörten Pop-Perlen und Raritäten besteht: von "Stand by me" und "You really got me" bis hin zu "This is the day" von The The.

Fazit: Augenzwinkernder, schnörkellos in Szene gesetzter Monster-Action-Abenteuer-Mix, garniert mit einem fein angestimmten Setdesign, imposanten Landschafts-aufnahmen und großartig aufgelegten Darstellern.




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